Tageszeitungsverlage erleben mit der Internet-Entwicklung und dem konvergenzgetriebenen Zusammenwachsen von Branchen und Märkten in ihrem Stammgeschäft Print, eine digitale Revolution der Medieninhalte und eine Veränderung der Mediennutzungsgewohnheiten innerhalb der Zielgruppen. Die vorliegende Arbeit beschreibt das Leistungspotenzial und die Geschäftsmodelle beider Mediengattungen (Print und Online), die Veränderung der Nutzerpräferenzen für den deutschsprachigen Tageszeitungsmarkt sowie die Bedeutung von Cross Media als übergreifende Verbundstrategien. Neben medienkonsumbezogenen Studien, werden die Merkmale zwischen traditioneller Papierzeitung und elektronischer Zeitung im Praxisteil der Arbeit gemeinsam mit weiteren Ko-Existenzen gegenübergestellt. Im Zuge der Thematisierungen ist zudem die Kritik am Rieplschen Gesetz, welches seit Jahrzehnten das Überleben der Tageszeitungen argumentiert, verstanden und beschrieben.

Zu klären gilt es, inwiefern Cross Media Strategien Tageszeitungsverlage im konvergenzinduzierten Wettbewerb mit Hilfe der Kernkompetenz Content unterstützen und inwieweit Tageszeitungen durch Diversifikationsstrategien schwindende Zielgruppen über neue Medienkanäle ansprechen können, um sie so erneut an das Printprodukt heranzuführen. Die Beantwortung der Hypothesen erfolgt, neben den Theorieansätzen, durch ein qualitatives Experten-Interview-Panel. Das Ergebnis der Experten-Befragung beantwortet relevante Forschungsfragen und gibt darüber Aufschluss, wie Cross Media Strategien das Tageszeitungsgeschäft weiterhin beeinflussen werden. So wird das Internet als einmalige Chance für die Tageszeitungsverlage verstanden, um über elektronische Medienkanäle und Medienformate Zielgruppen exakter zu erreichen, als dies jemals zuvor möglichen gewesen wäre. Dabei bildet die Kernkompetenz Content den zentralen Baustein für alle weiteren Geschäftsaktivitäten.

Die Arbeit "Cross Media Strategien für den deutschsprachigen Tageszeitungslesermarkt" erfasst das kooperative Verhältnis zwischen der Tageszeitung und dem Internet, gibt Aufschluss über mögliche Zukunftsszenarien der strategischen Medienausrichtung und thematisiert, inwiefern Cross-Media-Strategien für Tageszeitungsverlage sinnvoll sind und inwieweit Tageszeitungen durch Diversifikationsstrategien schwindende Zielgruppen über neue Medienkanäle ansprechen können, um sie so erneut an das Printprodukt heranzuführen.

Ergebnisse:

  • In Folge von Digitalisierung und Medienkonvergenz werden auf dem Sektor der Tageszeitungen Diversifikationsstrategien (Erweiterung des Angebotprogramms) und Cross-Media-Strategien (Vernetzung verschiedener Medientypen) zunehmend bedeutsam. Die Folge: Verbreitung von digitalen Ausgaben, elektronischen Archiven, Community-Orientierung und neue Medienkanäle über mobile Endgeräte.

  • Synergie- und Verbundeffekte zwischen Print und Online bleiben hinsichtlich Content-spezifischen und ökonomischen Möglichkeiten weitgehend ungenutzt.

  • Die Idee des integrierten Medienunternehmens wird angesichts veränderter Nutzungsverhalten der Rezipienten nicht ausreichend verwirklicht.

  • Durch Diversifikationsstrategien bleiben schwindende Zielgruppen erreichbar. Ob dadurch auch eine Bindung an das Printprodukt erfolgt, muss allerdings im Einzelfall geklärt werden.