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Foto: AP/Michael Sohn
Linz - Jeder zweite Berufskraftfahrer ist wegen Übermüdung nicht oder nur bedingt fahrtauglich. So lautet das Ergebnis der oberösterreichischen Pupillomat-Studie - der weltweit größten derartigen Untersuchung bisher. Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (SPÖ) hat den Abschlussbericht präsentiert. Er forderte, den Pupillomaten als Kontrollinstrument in der Straßenverkehrsordnung zu verankern.

Testgerät

Der Pupillomat ist ein transportables Gerät, das mittels Infrarot-Technik über einen Zeitraum von elf Minuten den sich ständig ändernden Durchmesser der Pupille misst. Aus den gewonnene Daten erstellt der Computer an Ort und Stelle ein Müdigkeitsprofil. Zwischen September 2005 und August 2006 wurden in Oberösterreich insgesamt 1.180 Berufskraftfahrer getestet.

Bedingte Fahrtauglichkeit

Das positive Ergebnis: "Der Pupillomat hat den Praxis-Test bestanden", berichtete Haider. Weniger gut abgeschnitten haben jedoch die Autofahrer. Der Abschlussbericht der Studie bestätigte bereits früher bekannt gewordene vorläufige Zahlen: Obwohl sich selbst nur 6,2 Prozent als übermüdet einschätzten, erwiesen sich 22,3 Prozent der Testpersonen als fahruntauglich und 30,9 Prozent als nur bedingt fahrtüchtig. Lediglich bei 46,8 Prozent gab es keinerlei Bedenken, sie wieder hinters Steuer zu lassen.

Unterschiede

Ältere Verkehrsteilnehmer waren seltener übermüdet als junge. In- und ausländische Probanden schnitten gleich gut beziehungsweise schlecht ab. Lkw-Lenker waren in der Regel länger unterwegs als Busfahrer, hatten weniger Pausen und waren daher stärker beeinträchtigt. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Übermüdung die gleichen negativen Auswirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr habe wie übermäßiger Alkoholgenuss, erklärte der Leiter des Zentrums für Schlafmedizin an der Landesnervenklinik Graz, Manfred Walzl.

Pupillomat als Kontrolle gefordert

Als Konsequenz aus den Studien-Ergebnissen will Haider den Pupillomaten künftig als Kontrollinstrument in der Straßenverkehrsordnung verankert sehen. "Wir werden und an das Verkehrsministerium wenden", kündigte er an. Es müsse eine gesetzliche Grundlage mit Grenzwerten für derartige Kontrollen geschaffen werden. Ziel sei nicht zu strafen, sondern übermüdete Lenker, die sich selbst und andere gefährden können, aus dem Verkehr zu ziehen. Für Oberösterreich wären vier bis fünf Geräte ausreichend, so Haider. (APA)