Plakat: Theater Phönix
Linz - Diana und Prinz Charles ist das neue Franzobel-Stück gewidmet, das am kommenden Mittwoch (16. Mai) auf der Bühne des Theater Phönix in Linz seine Uraufführung erlebt. "Lady Di oder die Königin der Herzen" war ein Auftragswerk an den oberösterreichischen Autor und Nestroy-Preisträger Franzobel, berichtete das Theater in einer Pressekonferenz am Freitag. Das Stück mit dem Untertitel "Eine Farce vom Begehren" kommt in der Regie des künstlerischen Leiters am Schauspielhaus Salzburg, Robert Pienz, auf die Bühne.

Im August ist es zehn Jahre her, dass Lady Di, Prinzessin von Wales, bei einem tragischen Autounfall in Paris ihr Leben lassen musste. In einer Art Huldigung, die der Prinzessin Zeit ihres Lebens im Kreis der "royal family" verwehrt blieb, interpretierte Franzobel den Stoff der Königsfamilie scharfzüngig und humorvoll. Dabei vermischen sich bekannte und pikante Details aus dem Leben der britischen Königsfamilie zu einer delikaten "Soup-Opera".

Tief unten in der Küche des Buckingham Palace wird während der Krönung von Prinz Charles Dianas "wahre" Geschichte frisch zubereitet, in der die beliebte Prinzessin in Erscheinung tritt. Im Stück spielen auch Prinz Charles mit den großen Ohren, sein Bruder, der verrückte und gierige Prinz Andrew, der Vater von Dodi Al-Fayed, die ewige Rivalin Camilla mit ihren großen Kompotthüten und die Queen samt ihrem Hund und Lakaien eine Rolle. Sie alle verkörpern die illustre Kochschaft der Royals.

Lady Di sei eine Thematik, die nach wie unheimlich viele Menschen interessiert, so der Autor Franzobel. Die Königsfamilie sieht er als eine Art Fußballersatz für die Frauen. Zeitschriften wie die "Neue-Post" würden das belegen. Als die Prinzessin starb, habe er sofort gewusst: "Das ist ein Mythos, über den ich einmal schreiben werde." Die Geschichte der Royals sei ein guter Stoff. Wie in der Comedia dell'arte müsse man die Figuren dem Publikum im Vorfeld nicht großartig vorstellen. Sie seien für jeden sofort erkennbar.

An dem Stück sei aufregend, dass Franzobel "totales Theater" schreibe, erklärte Pienz. Es sei eine Geschichte "aus zehn Millionen Splitter". Dem Zuschauer begegne in dem Stück alles, was ihn zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken bringt. "Franzobel vermischt alles, was Theater kann", so der Regisseur weiter. Deshalb sitze man als Theater-Machender bei einem Franzobel-Stück "an der ganz großen Orgel". Musikalisch untermalt wird das Theaterstück mit Musik des englischen Barock-Komponisten Henry Purcell. (APA)