Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Telekom erhoben und will den Streik bei dem Konzern ab Montag ausweiten. Dann sollten 14.000 Mitarbeiter statt bisher 11.000 die Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Sonntag mit. Betroffen sollten vor allem die Regionen Berlin-Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen sein. Dies geschehe, weil die Telekom die "streikenden Kolleginnen und Kollegen rechtswidrig unter Druck setzt", erklärte ver.di-Streikleiter Ado Wilhelm.

Drohungen

Demnach sei Mitarbeitern, die ihr Streikreicht nutzen wollen, mit Kündigung gedroht worden. Außerdem würden Führungskräfte vermeintliche Noteinsätze anordnen, obwohl diese von den bestehenden Notdienstregeln nicht vorgeschrieben seien. Außerdem werde versucht, Streikbrechereinsätze über Leih- und Zeitarbeitsnehmer zu organisieren.

G8

Laut dpa dehnt ver.di ihren Streik auch auf Mitarbeiter aus, die den G8-Gipfel in Heiligendamm vorbereiten. "Es handelt sich um 10 Leute eines Trupps aus Rostock, die seit Samstag auch im Streik sind", sagte Kirsten Jöhnk von ver.di Nord am Sonntag.

Hektik

Vorwürfe, die Gewerkschaft sabotiere dadurch den Gipfel, wies Jöhnk zurück. "Die Telekom reagiert da superhektisch, wir staunen Bauklötze", sagte Jöhnk. Wenn man solchen Staatsbesuch erwarte, müsse die Infrastruktur einen Monat vorher längst fertig sein. Laut Jöhnk sollen im Nordosten am Montag mehr als 100 Telekom-Mitarbeiter streiken. (APA)