Tokio - Der nordkoreanische Ministerpräsident Pak Pong Ju ist entlassen worden, weil eine von ihm vorgeschlagene Arbeitsreform als zu kapitalistisch kritisiert wurde. Die japanische Zeitung "Mainichi Shimbun" berichtete am Sonntag weiter, Pak sei bereits im April entlassen worden. Damals meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA ohne Angabe von Gründen, Pak sei durch den früheren Verkehrsminister ersetzt wurden. "Mainichi Shimbun" berichtete nun unter Berufung auf Gewährsleute in Peking, Pak sei entlassen worden, weil er im Jänner vorgeschlagen habe, die Motivation der Arbeiter mit finanziellen Anreizen zu verbessern. So sollte auch ein Stundenlohn statt eines pauschalen Monatslohns eingeführt werden. Andere führende Mitglieder der kommunistischen Partei in Pjöngjang hätten dies aber als zu teuer kritisiert. Es erinnere auch zu sehr an den amerikanischen Kapitalismus, hieß es. Nordkorea gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Das Amt des Ministerpräsidenten ist ohne großen Einfluss, die Politik wird von Staatschef Kim Jong Il bestimmt. (APA/AP)