Leiteten die Festwocheneröffnung ein: First Fatal Kiss (AT) beim Kick-off der "Mystery Tour" ...

Foto: die jungs / Stefan Kranewitter

... vor dem Wiener Rathaus.

Foto: die jungs / Stefan Kranewitter

Frontfrau Reka Csiszer mit sinister foxx beim Mädchenrock-Contest.
Foto: Jodi T. Brisebois

Foto: Jodi T. Brisebois
Richtige Riot Grrrls, so wie Kathleen Hanna, die sich mit ihren Bikini Kill zu Beginn der 1990er erstmal eine Schneise durch den männerdominierten Musik-Underground dreschen musste – also, so hart gesottene Gören mit feministischen Botschaften darf man sich nicht erwarten. Auch wenn die Performances der gerade gestarteten "Mystery Tour" ebenfalls impulsiv sind: Ab sofort, könnte unerwartet ein bunt-gespraytes Mercedes Feuerwehrauto (der "Brandwagen") einen der vielen öffentlichen Plätze in Wien blockieren. Eine junge "Agitatorin", eventuell auch noch mit Gefolgschaft, schwingt sich auf sein Dach und schon steht man mitten in ihrem Spontankonzert. Wer zufällig vorbeikommt hat Glück, die eingeschworenen Groupies haben sich aber per SMS vorinformieren lassen.

Trotzdem: Keine Riot Grrrls. Die sechs Gewinnerinnen des Mädchenrock-Contests im Rahmen des "Into the City"-Programms haben sich allesamt der ruhigeren Gefielde rund um Jazz, Rock und Pop verschrieben: Magdalena Piatti, Barbara Panucki, die fünfköpfige Formation sinister foxx, Irmi Vesselsky, Laura Raffetseder und "Die Seichten Mädchen" – Sie alle lassen sich bei ihren Eigenkompositionen und Coverversionen eher von Tori Amos, Norah Jones, oder Regina Spektor inspirieren. Oder – im Falle der "Seichten Mädchen" – eben ein wenig augenzwinkernd von Dagmar Koller. Jedenfalls haben die sechs Siegerformationen beim Wettbewerb am 7. Mai im Club OST fünf weitere Bewerberinnen ausgestochen.

Annektieren von Konzertterritorien

Wenn sie nun bis 17. Juni öffentliche Plätze wie den Naschmarkt oder den Prater als ihre Konzerterritorien annektieren können, steckt dahinter der Gedanke, Musikträume speziell von jungen Frauen zu fördern. Diese zerplatzen nämlich leichter als jene der männlichen Kollegen. Deswegen werden sie nun umso vehementer in die Öffentlichkeit gestellt: Zusätzlich zu den über Wien verstreuten Spontankonzerten wird mit "She-Rock" am 2. Juni eine Ausstellung mit dokumentarischen Malereien in der Projektwerkstatt-SOHO eröffnet. Die amerikanische Performance-Künstlerin Jodi Tucci Brisebois portraitiert das Geschehen rund um die ersten Publikumskontakte der Girl-Bands.

Die Kick-off Party der "Mystery Tour" am 11.5. vor dem Wiener Rathaus wurde u.a. mit dem Liveact von der erfolgreichen heimischen Lo-Fi Elektro-Punkgruppe "First Fatal Kiss" ausgestaltet. Und auch an den folgenden Spontanterminen werden die Start-up-Girls Unterstützung von bereits etablierten Kolleginnen bekommen.

Für umfassende Infos dazu, oder – etwas grundlegender – zu den Locations wird ein SMS an 0664/6600456 notwendig sein. (red, derStandard.at/14.05.2007)