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Henning Kagermann

Foto: APA/EPA/Kegler
Wien - Der Software-Hersteller SAP hat nach eigenen Angaben keine Übernahmeangebote von einem Finanzinvestor oder einem anderen Bieter erhalten. "Nein", sagte Konzernchef Henning Kagermann am Montag während der Kundenmesse Sapphire in Wien auf entsprechende Journalistenfragen. Kagermann habe sich damit auf die vergangenen Monate bezogen, ergänzte ein Firmensprecher.

In den vergangenen Monaten war an den Finanzmärkten wiederholt über mögliche Kaufofferten für SAP spekuliert worden. Im Gespräch war unter anderen der US-Finanzinvestor Silver Lake. Die drei noch mit großen Aktienpaketen an SAP beteiligten Unternehmensgründer Hasso Plattner, Dietmar Hopp und Klaus Tschira hatten allerdings bereits Berichten widersprochen, sie seien verkaufsbereit.

Kagermann sagte weiter, die Software-Branche sei auf weiteres Wachstum ausgerichtet. "Wir glauben, dass wir eine ähnliche Welle sehen werden wie zu Beginn der 90er Jahre." Dazu werde vor allem eine neue Konzeption von Software beitragen, bei der die verschiedenen Geschäftsprozesse der Unternehmen im Vordergrund stehen.

Zeitplan für Mittelstandssoftware

Der stellvertretende SAP-Vorstandschef Leo Apotheker bekräftigte den Zeitplan für die neue Mittelstands-Software. Die bisher unter dem Arbeitstitel A1S laufende Software solle wie geplant im ersten Quartal des Jahres 2008 auf den Markt kommen, sagte der Manager, der zugleich Vertriebschef des Weltmarktführers für Unternehmens-Software ist. Er wies damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche" vom Wochenende zurück, wonach fraglich sei, ob sich der Starttermin halten lasse.

Mit der neuen Mittelstand-Software will SAP vor allem kleinere Firmen mit einer Belegschaft zwischen 50 und 500 Mitarbeitern ansprechen. In die Vermarktung und den Kundenservice sollen 300 bis 400 Mio. Euro fließen. Bisher ist ist der Walldorfer Konzern vor allem mit Software für große Unternehmen gewachsen.

SAP müsse die Finanzmärkte noch überzeugen, dass das neue Geschäftsmodell und die neuen Vertriebswege bei der Mittelstands-Software funktionierten, sagte Kagermann. An den Fähigkeiten des Unternehmens zur Entwicklung des Produkts bestehe dagegen kein Zweifel, sagte der bis 2009 berufene Vorstandschef. Für Mittags hat Kagermann in Wien eine Pressekonferenz angesetzt.

Der Aktienkurs der SAP-Aktien hinkt dem Leitindex Dax seit Jahresbeginn rund ein Viertel hinterher. Am Montag ist das Papier in Frankfurt mit 34,49 Euro in den Handel gestartet, 0,17 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag. (APA)