Berlin - Innenminister Wolfgang Schäuble sieht im islamistischen Terrorismus weiterhin die größte Bedrohung für die Stabilität und Sicherheit in Deutschland. Die fehlgeschlagenen Kofferbomben-Attentate auf Regionalzüge sowie im Internet veröffentlichte Videobotschaften von Terroristen zeigten deutlich, "dass auch Deutschland mit einer neuen Qualität terroristischer Aktivitäten rechnen muss", erklärte Schäuble am Dienstag zur Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichtes 2006.

Gewalttaten verhindern

Schäuble wies auch auf die Gewaltbereitschaft in der linksextremistischen autonomen Szene hin. Ende 2006 gehörten ihr 6.000 Mitglieder an. "Wir werden nicht zulassen, dass mögliche Gewalttaten den ordnungsgemäßen Verlauf des G-8-Gipfels beeinträchtigen", betonte Schäuble. "Deutschland wird sich wie bei der Fußballweltmeisterschaft als guter Gastgeber präsentieren." Der Gipfel der sieben bedeutendsten Industriestaaten und Russlands findet vom 6. bis 8. Juni im Ostseebad Heiligendamm statt.

Die Annäherung der rechtsextremen Partei NPD an die Neonaziszene hält laut Schäuble unterdessen an. Inzwischen säßen Neonazis in elf von 16 Landesvorständen der Partei, erklärte der Innenminister. Es gebe sogar Landesvorsitzende aus der Neonaziszene.

Laut Verfassungsschutzbericht ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten im vergangenen Jahr um rund 2.649 auf 29.050 gestiegen. Auch die Zahl der Gewalttaten wie Brandstiftung, Körperverletzung und Widerstand hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.(APA/AP)