Wien - Trotz der jüngsten Aufregungen über Zahlungen von EADS an den SK Rapid will der österreichische Fußball-Verein weiterhin mit dem Eurofighter-Produzenten zusammenarbeiten. "Ich weiß nicht, worin die schiefe Optik liegen soll. Das ist ein Konzern, der unsere Nachwuchs-Arbeit unterstützt", erklärte Klub-Präsident Rudolf Edlinger am Dienstag.

Einmal geht's noch

Der ehemalige Finanzminister betonte noch einmal die Vorzüge von EADS. "Das ist ein seriöses Unternehmen, 90 Prozent seiner Produkte haben nichts mit Waffen zu tun. Warum sollte man mit so einem Partner nicht weiter in Kontakt bleiben?", fragte Edlinger. Nach den Angaben des Klub-Präsidenten läuft der aktuelle Vertrag mit dem Konzern bis Juni 2008. Dies würde bedeuten, dass Rapid zumindest noch einmal in den Genuss der kolportierten jährlichen Sponsor-Summe von einer Million Euro kommt.

Diesen Betrag wollte Edlinger aber so wie Rapid-Manager Werner Kuhn am Montag im Eurofighter-Ausschuss nicht kommentieren und berief sich dabei auf das Geschäftsgeheimnis, was vom Eurofighter-Untersuchungsausschuss am Tag davor auch akzeptiert worden war. Mit dem Verlauf der Ausschuss-Sitzung zeigte sich Edlinger zufrieden. So seien die Vorwürfe der ÖVP-Fraktionsvorsitzenden Maria Fekter, die Zahlungen von EADS an Rapid könnten in Zusammenhang mit der SPÖ stehen, erst gar nicht zur Sprache gekommen. Rapid hatte auf Grund dieser Anschuldigungen eine Klage gegen Fekter auf Unterlassung und Rufschädigung angekündigt.

Lopatka will "volle Aufklärung"

"Volle Aufklärung" forderte Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka: Das Schweigen rund um angebliche Sponsorgelder ohne Gegenleistung von EADS an Rapid schade nicht nur dem Ansehen des Klubs, sondern dem gesamten österreichischen Fußball, meinte er in einer Aussendung. Edlinger solle endlich für Klarheit sorgen, welche Leistungsvereinbarung an das EADS-Sponsoring geknüpft sei. Lopatka erwartet sich zudem, dass auch das Rapid-Kuratoriumsmitglied Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hier vereinsintern aktiv werde.(APA)