Die Raubserie, der seit April in Wien-Margareten sechs ältere Frauen zum Opfer gefallen sind, ist geklärt. Wie Chefinspektorin Margit Wipfler, Leiterin der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS), am Dienstag am Rande der Pressekonferenz in Wien zur Kriminalstrategie mitteilte, befindet sich seit etwa einer Woche ein 18-Jähriger in Haft. Er wurde im Zuge einer Observation geschnappt, bevor er erneut zuschlagen konnte. Eines seiner Opfer war an den Folgen eines Oberschenkelbruchs gestorben, den sie sich bei einem Überfall des 18-Jährigen zugezogen hatte.

Wipfler zufolge kam man bei der Analyse von Bankanschlussdelikten auf die Serie. Die Ermittler fanden heraus, dass es in Margareten eine Reihe ähnlich gelagerter Fälle gab. Opfer waren immer Frauen im Alter von 80 bis 88 Jahren, die im Stiegenhaus ihres Wohngebäudes niedergeschlagen und ausgeraubt wurden, nachdem sie auf der Bank waren. Die EGS und die Gruppe Borlak legten sich bei Banken im Bezirk auf die Lauer.

Am Vormittag des 7. Mai wurden die Beamten fündig. Sie beobachteten einen jungen Mann, der sich vor einer Bank auffällig benahm und immer wieder durch die Auslage ins Innere schaute. Als eine ältere Dame das Geldinstitut verließ, ging ihr der Verdächtige nach. In der Kohlgasse betrat das potenzielle Opfer ein Haus. Die Beamten schlugen zu, als der 18-Jährige ebenfalls in das Haus wollte.

Sieben Delikte gestanden

Der 18-Jährige Yusuf Ö. aus Meidling gestand bei den Einvernahmen insgesamt sieben derartige Delikte inklusive des vereitelten Überfalls. Er hatte sich in Margareten herumgetrieben, weil er früher in dem Bezirk gewohnt hatte und sich daher gut auskannte. Sein Motiv: Er musste seine Spielsucht finanzieren. Neben dem Todesopfer wurden vier der Überfallenen verletzt, zwei davon schwer.

Der amtsführende Landespolizeikommandant Generalmajor Karl Mahrer nannte die Klärung der Raubserie als Beispiel für intelligent eingesetztes Personal. Man müsse auch genau unterscheiden zwischen "dem Einsatz ziviler und uniformierter Beamter". Es gehe auch um Kontinuität: "Es bringt nichts, wenn man einen Schwerpunkt macht und dann wieder monatelang nichts." Mahrer hob die Arbeit der EGS hervor: Demnach geht seit Anfang 2006 die Festnahme von 1.606 Straßendealern und 543 Tätern im Bereich Eigentumskriminalität auf das Konto der Gruppe.

In der Raubserie ersucht die Polizei um Hinweise allfälliger weiterer Opfer an den Journaldienst der Kriminaldirektion 1 unter der Telefonnummer (01) 31310 / 33800 DW. (APA)