Wien - "Nur Forderungen zu stellen, wird nicht reichen", kommentierte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer die Äußerungen der Wirtschaft hinsichtlich längerer Ladenöffnungszeiten in einer Aussendung am Freitag. Betroffene, die zweimal in der Woche bis 21 Uhr arbeiten müssen, hätten einen zusätzlichen finanziellen Aufwand von mindestens 360 Euro monatlich, so Stadlbauer: Das wären in etwa die Kosten für eine Tagesmutter, die für 10 Stunden zirka 90 Euro, für 20 Stunden bereits 169,70 Euro erhielte.

Keine zusätzliche Kosten

In Österreich gibt es 764.700 unselbständig erwerbstätige Frauen mit Kindern unter 15 Jahren. Ein nicht unbeträchtlicher Teil davon arbeitet im Handel. Derzeit sind 315.500 Frauen im Handel beschäftigt, davon sind 157.500 Teilzeitbeschäftigte. Der überwiegende Teil dieser Frauen steht bereits heute unter enormen Druck aufgrund der familienfeindlichen Bedingungen. "Für diese Frauen und Männer darf es keine zusätzliche Kosten aus eigener Tasche geben", so Stadlbauer, die die Wirtschaft auffordert, diese Kosten zu übernehmen.

Längere Öffnungszeiten bedeute vor allem für Frauen, dass sie außerhalb der normalen Öffnungszeiten von Kindergärten sich die Kinderbetreuung organisieren müssen: "Die Wirtschaft kann sich nicht vor der Verantwortung drücken, diesen finanziellen Mehraufwand abzugelten", schloss Stadlbauer. (red)