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Enders zeigte Verständnis für die Welle der Empörung über die hohe Abfindung und Pension für den Ex-Konzernchef.

Foto: Reuters/Arnd Wiegmann
Hamburg/Washinton - Der Vorstandsvorsitzende des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Thomas Enders, hat eingeräumt, das bei der Millionen-Abfindung für den entlassenen EADS-Vorstandschef Noël Forgeard Fehler gemacht wurden. Auf die Frage, wie er den von der Entlassung bedrohten Airbus-Mitarbeitern die Zahlungen erkläre, sagte Enders der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe), er gebe zu, dass im Falle der Abfindung von Forgeard "etwas mächtig schief" gelaufen ist.

Was die Pension betreffe, "gibt es nun einmal keine Handhabe, einem Manager bei geschäftlichem Misserfolg seine über viele Jahre hinweg erworbenen Pensionsrechte zu streichen." Forgeard steht nach Medienberichten eine monatliche lebenslange Pension von rund 33.000 Euro zu.

Verständnis für die Empörung

Enders zeigte Verständnis für die Welle der Empörung über die hohe Abfindung und Pension für den Ex-Konzernchef: "Ich kann verstehen, dass die Wellen hochschlagen." Im Falle Forgeard handle es sich aber um einen Ausreißer nach oben. "Die französische Regierung bestand auf einem 'freiwilligen' Abgang des Ex-Kollegen Forgeard. Und Paris ist nun einmal einer der bestimmenden Großaktionäre unserer Firma," sagte Enders der "Bild"-Zeitung.

Zufrieden ist Enders mit der Entwicklung in den USA. Es gehe schneller voran als ursprünglich erwartet, sagte EADS-Co-Chef Thomas Enders am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Noch vor fünf Jahren zu Beginn der US-Aktivitäten sei sich EADS nicht so sicher gewesen, schon bald große Geschäfte abschließen zu können. "Wir haben es als langfristige Strategie betrachtet, was es noch immer ist", sagte Enders.

In den USA hat sich das europäische Unternehmen eine Reihe von Aufträgen in den Bereichen Verteidigung oder Heimatschutz sichern können. Außerdem hat es sich mit Northrop Grumman zusammengetan, um gegen Konkurrent Boeing für einen Milliarden-Auftrag der US-Luftwaffe für Tankflugzeuge mitzubieten.

Trotz Problemen beim Airbus-Großraumflugzeug A380 verfüge EADS über nennenswerte Finanzmittel für Zukäufe sowohl in den USA als auch in Europa, sagte Enders. Darüber, wann ein erster großer Zukauf in den USA ansteht, wollte Enders sich aber nicht äußern. (APA/AFP)