In Widersprüchliches verstrickte sich das linke Aushängeschild der SPÖ, Sozialminister Erwin Buchinger, in der Wiener Obdachlosen-Zeitung Augustin. Die Interviewer verglichen das Bruttogehalt des Ministers (15.800 Euro) mit jenem einer Billa-Mitarbeiterin (1000, 1100 Euro) und entwarfen das triste Bild eines Busses voller Verkäuferinnen, der im Morgengrauen in Mürzzuschlag wegfährt, um die Frauen zur Arbeit nach Wien zu bringen.

Was er dazu sage, dass er so viel wie der "halbe Autobus" verdiene? Buchinger: "Ich weiß jetzt nicht, was exakt eine Billa-Verkäuferin verdient." Augustin: "Einigen wir uns darauf, dass es ein Vielfaches ist." Buchinger: "Nein. Entscheidend ist ja, was netto rauskommt."

An anderer Stelle warb Buchinger für eine Spekulationssteuer oder den 1000-Euro-Mindestlohn, beides ändert an der Situation der Verkäuferinnen nichts. Vielleicht erinnerte Buchinger deshalb daran, dass für Löhne die Gewerkschaften zuständig sind. Wie wohl es doch die SPÖ sei, die "die Interessen der Billa-Beschäftigten in höherem Ausmaß vertritt als andere politische Gruppierungen". (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 19.5.2007)