San Juan - Ein Guantanamo-Häftling hat nach mindestens zehn Selbstmordversuchen angekündigt, dass er seinem Leben weiter ein Ende setzen will. Juma Mohammed Al Dossary begründete dies in einem am Sonntag von den US-Streitkräften freigegebenen Brief mit den Haftbedingungen in dem Gefangenenlager auf Kuba.

"Ich will dieser psychischen und physischen Folter ein Ende setzen. Ich suche nach einem Ende für mein Leben", heißt es in dem Brief des 33-Jährigen. Der aus Bahrain gebürtige Al Dossary wird seit Januar 2002 ohne Anklage in Guantanamo festgehalten. Ihm wird von den US-Streitkräften vorgeworfen, sich in einem Stützpunkt von Osama bin Laden in Afghanistan aufgehalten zu haben.

Pentagon: "Öffentliches Mitgefühl"

Im Oktober 2005 schlitzte sich Al Dossary den Arm auf und versuchte in der Pause eines Treffens mit seinem Anwalt, sich aufzuhängen. Ein Pentagon-Sprecher, Jeffrey Gordon, wies die Foltervorwürfe am Sonntag zurück und sagte, der Gefangene wolle mit seinem Brief nur öffentliches Mitgefühl erzeugen.

Die US-Streitkräfte halten in Guantanamo etwa 380 Männer gefangen, weil sie verdächtigt werden, mit dem Terrornetzwerk Al Kaida oder der afghanischen Taliban-Miliz in Verbindung zu stehen. Im Juni 2006 erhängten sich drei Häftlinge in ihren Zellen. Außerdem beteiligten sich mehrere Häftlinge an Hungerstreiks, um so gegen ihre Haft in dem Lager zu protestieren. (APA/AP)