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Foto: APA/Peter Kolb
Wien - Per schlichtem einseitigen Fax an den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, Grawe-Chef Othmar Ederer und andere Involvierte haben Erste Bank, Kärntner Sparkasse und Steiermärkische Bank und Sparkasse (beide gehören zu 25 Prozent der Ersten) am Montag noch zusätzlichen Schwung in den Blitzverkauf der Hypo Group Alpe Adria gebracht.

Sie fühlten sich durch Haiders Aufforderung vom Wochenende, andere Hypo-Interessierte könnten sich ja noch melden, inspiriert "ihr Interesse an einer Mehrheitsbeteiligung" zu deponieren.

Der Chef der Steiermärkischen Bank, Gerhard Fabisch: "Es hat uns gewundert, dass es keine öffentliche Ausschreibung gab, dieser Verkaufsprozess ist ungewöhnlich. Wir haben signalisiert, dass es noch andere Interessenten neben den Bayern gibt. Wir sind österreichisch und keine Heuschrecken", spielte er auf Haiders Angst vor Heuschrecken als Bankeigner an. Pikanterie am Rande: Die bayerischen und österreichischen Sparkassen gelten als "befreundet", die Österreicher wussten aber nichts von der von langer Hand geplanten Klagenfurter Shoppingtour der Münchner.

Laut Fabisch hielte der Sektor die Hypo ob ihres Netzes in Südost-Europa für "interessant", gemeinsam wäre man in allen Märkten "die Nummer zwei oder drei. Wir könnten auf einen Schlag große Marktanteile erwerben". Im Gegensatz zu den Bayern, die ja 50 Prozent plus eine Aktie kaufen, wären Erste Bank und ihre beiden südösterreichischen Sparkassen bereit gewesen, auch mehr zu übernehmen. Banker Fabisch sagte am Montagnachmittag, noch vor der Entscheidung für die Bayern: "Wir würden am liebsten hundert Prozent kaufen."

Ob Erste und Sparkassen bei einem Bayern-Verkauf im "Handstreichverfahren" (einer Banker) juristische Schritte unternehmen? Fabisch und ein Sprecher der Erste Bank unisono: "Das würden wir dann prüfen." (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.05.2007)