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Oleg Deripaska will angeblich österreichischer Staatsbürger werden.

Foto: Reuters/Heinz-Peter Bader

Auch Gazprom-Chef Alexej Miller dürfte unter den Gästen sein.

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60 Dollarmilliardäre, so genannte Oligarchen, hat das russische Forbes-Journal heuer gezählt. Der Rohstoffboom hat das Gesamtvermögen der hundert reichsten Russen auf 337 Milliarden Dollar gesteigert. Dabei zählt Forbes das Vermögen staatlicher Beamter und Funktionäre nicht.

Nach Wien wird Putin von Oleg Deripaska begleitet. Er ist der Aufsteiger der letzten Jahre und rangiert bei Forbes auf Platz zwei mit 16,8 Mrd. Deripaska hat die Kämpfe der 1990er-Jahre im Aluminiumsektor als größter Sieger überlebt und gebietet heute über den Branchenmonopolisten "Rusal". Dieser ist Teil von Deripaskas Investmentimperium "Basel", zu dem Öl, Gas, Kohle, Papierkombinate, Versicherungen, Banken und Pensionsfonds gehören.

Durch seinen jüngsten Einstieg bei Strabag und Magna ist Deripaska auch in Österreich kein Unbekannter mehr. Dem Vernehmen nach interessiert er sich nicht nur für die österreichische Staatsbürgerschaft, sondern auch für zwei weitere Unternehmen in Österreich. Mit nach Wien kommt auch Wiktor Wekselberg, laut Forbes Nummer 10 mit 10,7 Mrd. Er, dessen Aluminiumaktiv kürzlich mit Deripaskas Rusal fusioniert wurde, zeigt großes Interesse an Zukäufen im Ausland, besonders in der Schweiz. Beim dortigen Technologiekonzern OC Oerlikon ist er Großaktionär, knapp 50 Prozent halten die Österreicher Georg Stumpf und Ronny Pecik. Das Investorentrio hat auch den Textilmaschinenhersteller Saurer unter Kontrolle und zielt nun auf den Technologiekonzern Sulzer.

In Putins Begleitung dürfte sich auch Wladimir Jewtuschenkow befinden, Chef des Misch- und Telekommunikationskonzerns "Sistema" und mit 8,5 Mrd. auf Rang 14 bei Forbes. Jewtuschenkow ist Stammgast in Österreich, seine Frau ist die Schwester von Jelena Baturina, der Frau des Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow und Immobilienkäuferin etwa in Kitzbühel. Begleitet wird Putin auch von Gazprom-Chef Alexej Miller. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.05.2007)