Bagdad - Die irakische Armee hat einen Neffen des Parlamentspräsidenten Mahmoud al-Majadani aus der Gewalt von Geiselnehmern befreit. Der Militärsprecher der Regierung, Kassem Atta, teilte am Dienstag in Bagdad mit, der in der vergangenen Woche entführte Neffe sei im Al-Adel-Viertel im Westen der Hauptstadt festgehalten worden.

Die Soldaten hätten mehrere Entführer festgenommen. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak hatte am vergangenen Freitag berichtet, die Leiche des in der vergangenen Woche entführten Oberstleutnants Mohammed al-Mashhadani sei in Bakuba nördlich von Bagdad gefunden worden.

Telefonat Bush-Maliki

Die regierungsnahe irakische Tageszeitung "Al-Sabah" berichtete unterdessen, Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe US-Präsident Bush am Montag in einem Telefonat versichert, dass die Regierung und Parlament sich bemühten, die Verabschiedung wichtiger Gesetzes- und Verfassungsänderungen zu beschleunigen.

Washington will unbedingt verhindern, dass sich die irakischen Parlamentarier in die Sommerpause verabschieden, ohne vorher Änderungen des Entwurfes des Öl-Gesetzes und des Gesetzes über die Bestrafung von Mitgliedern der früheren Partei von Ex-Präsident Saddam Hussein vorgenommen zu haben.

Bush und sein Team glauben inzwischen, dass Fortschritte im politischen Prozess dringend notwendig sind, um den Aufstand und den Terror im Irak einzudämmen. Im Irak mehren sich Gerüchte, dass Bush nur noch einige Monate an Maliki festhalten will. "Al-Sabah" betonte in der Dienstagausgabe, der US-Präsident habe Maliki in dem Telefongespräch erneut der Unterstützung für die irakische Regierung versichert. (APA/dpa)