Elektrik im Haushalt ist brandgefährlich: Rund 77.000 Mal pro Jahr bricht in Österreich ein Feuer aus - jeder zweite Schadensfall steht in Zusammenhang mit Strom, sagte Gerhard Zach vom Versicherungsverband Österreich am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Anzahl derartiger Lösch-Einsätze steige kontinuierlich an, berichtete Ernst-Georg Klammer vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband.

In der Hälfte solcher Fälle gebe es eine technische Ursache, zu 50 Prozent gehen die Österreicher falsch mit elektrischem Strom um, meinte Klammer. Häufig werde während des Kochens der Raum verlassen oder Bügeleisen bleiben unbeaufsichtigt angesteckt. Zudem werden Gebrauchsanweisungen von Elektrogeräten kaum gelesen, kritisierte er. "Die Leute betrachten Strom als nichts Besonderes, weil man ihn nicht hört und sieht", meinte er.

Häufige Brandursache seien auch Blitze

Eine häufige Brandursache seien auch Blitze, von denen jährlich etwa 220.000 in der Alpenrepublik einschlagen. Etwa jeder zweite verursacht einen Schaden, berichtete Zach. Durch indirekten Blitzschlag werden hier zu Lande jährlich rund 100.000 Elektrogeräte zerstört. Versicherungen zahlen insgesamt etwa 300 Millionen Euro pro Jahr für Feuerschäden, rechnete er vor. 90 Prozent davon betreffen den private Haushalte.

Gefährdet seien vor allem Altbauten: "In diesen Häusern ticken elektrische Zeitbomben", warnte Rudolf Reisl, Bundesinnungsmeister für Elektro- und Alarmanlagentechnik. Generell hätten geschätzte drei Viertel aller Haushalte mangelnde Vorkehrungen gegen Elektro-Brände getroffen, meinte er.

Um bei einer Wohnungsübernahme nicht die Katze im Sack zu mieten oder kaufen, empfehle sich ein "E-Check". Ein solcher Elektrobefund, der bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung etwa 200 Euro koste, gebe Auskunft über den Zustand der elektrischen Anlage. Eine Überprüfung solle alle fünf bis zehn Jahre vom Fachmann durchgeführt werden, auch der Fehlerstromschutzschalter (FI) müsse regelmäßig getestet werden.

Zusätzlich gelte es, Verhaltensregeln zu beachten: Umbauten an elektrischen Anlagen nicht in Eigenregie durchführen, an Mehrfachsteckdosen nur Kleingeräte anschließen, Stand-by-Betrieb vermeiden. Diese und weitere Tipps geben Experten in der neuen Broschüre "Wie schütze ich mich vor Bränden durch elektrischen Strom", die bei Versicherungsunternehmen, im Elektrohandel und unter der Telefonnummer 0800-202 200 kostenlos erhältlich ist. (APA)