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Studien- und BerufsberaterInnen können bei schwierigen Entscheidungen eine wichtige Hilfe sein.

Foto: APA/Guenter R. Artinger
Viele erfolgreiche MaturantInnen freuen sich auf einen letzten Sommer ohne Verpflichtungen. Doch die vermeintlich sorgenfreie Zeit kann auch zur Qual für diejenigen werden, die noch nicht unter den rund 20.000 Berufen gewählt haben, die in Österreich ausgeübt werden können. Das Angebot der Studien- und Berufsberatungen reicht von Infobroschüren und umfangreichen Homepages über Persönlichkeitstests bis hin zu psychologischer Betreuung. derStandard.at hat sich einen Überblick verschafft, welche Anlaufstellen für welche Bedürfnisse geeignet sind.

  • Student Point
  • Die übersichtliche, umfangreiche Homepage von Student Point ist als erste Orientierungshilfe im "Studienrichtungs-Dschungel" nützlich. Zahlreiche Links führen direkt zu Vorlesungsverzeichnissen und Fakultätsseiten und liefern Informationen zum reibungslosen Studierendenleben. Die Beratung wird telefonisch und persönlich in acht Sprachen angeboten.

    Auch das persönliche Gespräch im Hauptgebäude der Universität Wien bietet eher Infomaterial als Orientierungshilfen an. Die MitarbeiterInnen verweisen kompetent auf Homepages, Broschüren und Telefonnummern. Wer aber die eigenen Talente noch nicht einschätzen kann, wird hier nicht fündig.

    Fazit: Richtige Anlaufstelle für alle, die sich bereits für eine Studienrichtung entschieden haben.

  • Österreichische HochschülerInnenschaft
  • Die österreichische HochschülerInnenschaft bietet an jedem Wochentag zwei Stunden Beratung zu Studienwahl und Studieneinstieg an. Da die ÖH-BeraterInnen selbst studieren und vor noch nicht allzu langer Zeit vor den selben Entscheidungen standen, entwickelt sich schnell ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe. Der Schwerpunkt liegt auf Talent und Interesse: So bekommt die derStandard.at-Testerin auch Auskunft, für welche Berufe man sich durch so genannte "Orchideenstudien" wie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte oder Japanologie qualifiziert.

    Fazit: Beratungsgespräch in angenehmer Atmosphäre, das auch zu Orchideenstudien nützliche Ratschläge liefert.

  • Arbeitsmarktservice Österreich
  • Bei Bedarf kann ein persönliches Beratungsgespräch in einem der zahlreichen AMS-Berufsinformationszentren in ganz Österreich absolviert werden. Im Gegensatz zur ÖH-Beratung liegt der Hauptaugenmerk aber mehr darauf, wie Arbeitsmarkt und Jobchancen aussehen, Interessenslagen werden eher vernachlässigt. StudienanfängerInnen, die noch nicht wissen, für welche Berufe und Studienrichtungen sie geeignet sind, können sich Überlick durch einen Computertest verschaffen.

    Mit "arbeitszimmer.cc" bietet das AMS eine eigene Jugendplattform im Internet an. Die Seite ist gut strukturiert und verlinkt auf Selbsttests, umfangreiche Studien- und Berufslisten und stellt regelmäßig den "Job des Monats" vor. Ein Besuch auf dieser Homepage erweckt vielleicht das Interesse für Berufssparten, an die zuvor nicht gedacht wurde.

    Fazit: Der Computertest hilft Orientierungslosen, das persönliche Beratungsgespräch ist noch ausbaufähig.

  • Berufsförderungsinstitut Wien
  • "Broschüren und Computertests helfen, um das Risiko zu reduzieren, etwas zu übersehen. Man sollte sich aber bei der Studienwahl von Interessen und nicht von Ängsten und Befürchtungen leiten lassen", wird der derStandard.at-Testerin am Berufsförderungsinstitut Wien geraten. Rund zwei Mal im Monat bietet das bfi einen Interessenstest am Computer an. Der Berater gibt darüber hinaus im persönlichen Gespräch Tipps zur effektiven Studiumsfindung und –gestaltung.

    Fazit: Klarer Sieger in Hinblick auf Kompetenz und Atmosphäre.

  • Psychologische Beratung
  • Für Studierende in der Krise bietet das Ministerium für Wissenschaft und Forschung kostenlose und vertrauliche psychologische Hilfe an. Je nach Bedarf reicht das Service von inhaltlichen Informationen zu Studien bis zu psychologischer Beratung, Behandlung und Diagnostik. Beratungsstellen gibt es in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien. Die BeraterInnen nehmen sich für Fragen und Probleme viel Zeit. Daher ist eine Terminvereinbarung empfehlenswert, um Wartezeiten oder unnötige Wege zu ersparen.

    Fazit: Erste Anlaufstelle bei Krisen vor und während des Studiums.

  • Verein für Schul- und Ausbildungsberatung
  • Auf der Internet-Präsenz "Maturawasnun.at" des Vereins für Schul- und Ausbildungsberatung (SAB) stehen virtuelle BeraterInnen zur Verfügung. Es kann zwischen sechs unterschiedlichen Charakteren gewählt werden. In vorgefertigten Antworten gehen sie auf allgemeine Fragestellungen ein, die sich in persönlichen Beratungsgesprächen bei SAB immer wieder als Standardsituationen erwiesen haben.

    Der "Self-Check" hilft dabei Interesse, Begabung und Persönlichkeit einzuschätzen. Wem das noch zu wenig ist, der kann per Mail Kontakt mit dem realen Beratungsteam von SAB aufnehmen. Für ein weiterführendes persönliches Beratungsgespräch verweist der Verein SAB auf die Beratungsstelle in Graz. Dafür ist ein Selbstkostenbetrag von zehn Euro zu bezahlen.

    Fazit: Der Selbsttest bietet eine gute Orientierungshilfe.

    (jus/ derStandard.at, 29. Mai 2007)