Wien - Die Pläne für die Umgestaltung des Riesenrad-Vorplatzes im Wiener Wurstelprater unter dem Motto "Wien um 1900" sollen im Juni präsentiert werden. Ob dann schon die detaillierte Fassadengestaltung feststeht, ist noch unklar. Diese hänge jeweils von der Art der Nutzung der einzelnen Gebäude ab, unterstrich die zuständige Wiener Stadträtin Grete Laska. Ein Fahrgeschäft werde anders aussehen als ein Kaffeehaus.

Zuletzt hatten Arbeitsskizzen für Diskussionen gesorgt, die imperial anmutende Bauten auf dem Platz vor dem Wiener Riesenrad zeigten. Architekten und Architekturkritiker hatten die Pläne etwa als "Schund" kritisiert. "Wie bei allen Projekten ist es hier so, dass sich manche in Bereichen berufen fühlen, ihre Statements abzugeben, die nicht wirklich berufen sind", stellte Laska klar.

Vergnügungspark ist kein neuer Stadtteil

Hier werde ein Vergnügungspark mit einem neuen Stadtteil verwechselt. Außerdem seien die Skizzen eine Arbeitsgrundlage im Zuge des Baubewilligungsverfahren gewesen, die nie zur Verwirklichung gedacht war.

Zugleich erteilte Laska nüchterner Zweckarchitektur eine Absage: "Es muss alles eine Geschichte erzählen." Bis Juni stehe jedenfalls die Konfiguration der Gebäude fest. Die Gestaltung, abhängig von der inhaltlichen Nutzung, werde dann sukzessive erarbeitet.

Derzeit laufen beim Vorplatz bereits die ersten Abbrucharbeiten entlang der Ausstellungsstraße. Der Zeitplan sieht vor, dass das Areal sich bis zur Fußball-Europameisterschaft 2008 nicht mehr als öde Wegkreuzung, sondern als geschlossenen Platz präsentiert. Für das ovale Rund werden der derzeitige Bus- und der Autoparkplatz an der Ausstellungsstraße geopfert.

Gut 32,5 Mio. Euro soll die Maßnahme kosten. Die Hälfte hiervon finanziert die Stadt, den Rest muss die Praterverwaltung durch Fremdfinanzierung und anschließende Vermietung der Gebäude finanzieren. (APA)