Der ORF-Niederösterreich hat die im Zusammenhang mit einer angeblichen SPÖ-Intervention bei ORF-ON geäußerte Kritik der ORF.at-Redakteure am Mittwoch zurückgewiesen. NÖ-Chefredakteur Richard Grasl und die Chefin seiner Internetredaktion hätten "nicht einmal das Mindestmaß an Kollegialität und journalistischer Sorgfalt eingehalten", so der Vorwurf aus Wien. Auch von der "offensichtlichen" Weiterleitung von Informationen an die ÖVP, war in einem internen Statement die Rede.

"ORF-NÖ-Landesdirektor Norbert Gollinger stellt sich vor seine Redakteure und weist die Vorwürfe der ORF.at-Redakteure zurück", übermittelte Grasl dazu auf Anfrage der APA. "Zu Details gibt es mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der internen Prüfung keinen Kommentar", so der Chefredakteur des ORF-Niederösterreich weiter.

ÖVP hält an Vorwürfen fest

Die ÖVP hält unterdessen weiter an ihren Vorwürfen fest. "Es ist ganz offensichtlich, dass der ORF und das Bundeskanzleramt durch diesen nächtlichen Interventionsskandal durchtauchen wollen", sagte der niederösterreichische ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner zur APA. Karner wurde von den ORF.at-Redakteuren vorgeworfen in der Vergangenheit "selbst permanente Pressionen auf die Redaktion von ORF.at ausgeübt" zu haben. Auf die Vorwürfe wollte Karner nicht näher eingehen.

Dass das Bundeskanzleramt in der Causa korrekt vorgegangen sei, glaubt er nicht. "Das Muster erinnert fatal an die berühmte Euroteam-Affäre: Zuerst wird gemauert und blockiert, danach musste eine massive parteipolitische Intervention zugegeben werden. Und zum Bundeskanzleramt: Die Luft dort muss extrem dünn sein, dass man sich noch vor dem Ende eines angekündigten Prüfberichtes selbst freispricht. Das heißt also: Der rote Draht glüht weiter." (APA)