Das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen schließt einen Ausstieg aus der Berichterstattung über die Tour de France angesichts neuer Doping-Enthüllungen im deutschen Radsport nicht mehr aus. "Wir sind derzeit dabei, uns auf die Tour vorzubereiten. Dennoch bleibt die Möglichkeit des Ausstiegs, wenn neu gewonnene Erkenntnisse der nächsten Tage und Wochen uns dazu zwingen", erklärte der ARD-Vorsitzende Fritz Raff am Mittwoch.

Der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, hatte sich bereits für einen Fernseh-Boykott des Radsportes ausgesprochen. "ARD und ZDF, die von den Gebührenzahlern leben, sollten sich vom Radsport so lange fern halten, wie nicht der Sport selbst reinen Tisch gemacht hat", meinte der SPD-Politiker.

Raff erinnerte im Gegenzug daran, dass ARD und ZDF zuletzt mit investigativem Journalismus den Boden für einzelne Doping-Geständnisse geebnet hatten. Der ehemalige Profi Bert Dietz etwa hatte am Montag in der ARD-Sendung "Beckmann" sein Ex-Team Telekom und dessen Ärzte der Uni-Klinik Freiburg schwer belastet. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sei daran interessiert, für Sauberkeit im Radsport zu sorgen. (APA/AP)