Paris - EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso hat eine Lösung der Krise rund um das europäische Verfassungsprojekt angedeutet. Barroso sagte am Donnerstag dem französischen Radiosender Europe 1, vor der anstehenden Konferenz der Staats- und Regierungschefs im Juni zeichne sich ein Kompromiss in Form eines "vereinfachten Vertrages" anstelle einer Verfassung ab.

Es sei denkbar, dass die politischen Führer ein "klares und präzises Mandat" für eine Regierungskonferenz erteilten, um einen neuen Vertrag auszuarbeiten. Die Konferenz könnte bereits im Juli beginnen. "Während der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte können wir einen neuen Vertrag haben, der dann von den Mitgliedstaaten verabschiedet wird", sagte der Kommissionspräsident.

Der neue französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte Barroso am Mittwoch getroffen und für seine Idee eines "vereinfachten Vertrages" anstelle des vorliegenden EU-Verfassungsvertrages geworben. In einem Referendum hatten die französischen, aber auch die niederländischen Wähler 2005 das Dokument abgelehnt. 18 EU-Staaten, darunter Österreich, haben es bereits ratifiziert. (APA/Reuters)