Wien - Die VP-nahe AktionsGemeinschaft, die bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) klar stärkste Fraktion geworden ist, stellt auch den Anspruch auf den ÖH-Vorsitz. Als erste Ansprechpartner nannte AG-Spitzenkandidat Samir Al-Mobayyed gegenüber der APA die Fachschaftslisten (FLÖ) und das Liberale StudentInnen und Studenten Forum (LSF). Dies ergebe sich klar daraus, dass die AG keine Koalition mit dem Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und dem Kommunistischen StudentInnenverband (KSV) eingehen wolle und selbst wiederum von Rot-Grün als Partner ausgeschlossen worden sei.

"Vielleicht kommen aber GRAS (Grüne und Alternative StudentInnen) und VSStÖ (Verband Sozialistischer StudentInnen) endlich von ihrem hohen Ross herunter", so Al-Mobayyed. Die AG sei nämlich sehr wohl gesprächsbereit, um konsequente Studierendenvertretung zu betreiben.

"Nicht verbissen"

"Wir freuen uns sehr, dass wir wohl ein Mandat dazugewonnen haben", kommentierte die Spitzenkandidatin der Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), Fanny Rasul, die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) gegenüber der APA. Einen Anspruch auf Exekutivbeteiligung stellt die GRAS nicht unmittelbar: "Wir sind da nicht ganz verbissen", eine Oppositionsrolle käme auch in Frage. Doch nun beginne die Zeit der Gespräche, "die bei uns basisdemokratisch ablaufen".

Das Wahlergebnis zeigt für Rasul, "dass die Umfärbepolitik im zweiten Anlauf geglückt ist". Ein Großteil sei aber auch der Sozialdemokratie zuzuschreiben, die die Studiengebühren nicht abgeschafft habe. Zudem hätte das heuer zum zweiten Mal zur Anwendung kommende neue Wahlrecht einen negativen Einfluss gehabt.

An der geringen Wahlbeteiligung kann man der GRAS-Spitzenkandidatin zufolge "die Früchte der Ökonomisierung der Bildung sehen". Die Studierenden würden von den Universitäten fern gehalten, es mangle an kritischer Auseinandersetzung. "Im europaweiten Vergleich gibt es in Österreich aber nach wie vor eine Top-Wahlbeteiligung", so Rasul.

SPÖ ist schuld

Der Wahlverlierer VSStÖ gibt die Schuld an den Verlusten der Mutterpartei: Das Verhalten der SPÖ, die "die Studierenden verraten und verkauft hat", hätte sicherlich einen Einfluss gehabt - "obwohl wir gegen die SPÖ sehr stark vorgegangen sind", so Spitzenkandidatin Lisa Schindler. Für die scheidende ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha (VSStÖ) hat der "Umfaller von (Bundeskanzler Alfred, Anm) Gusenbauer bei den Studiengebühren sicher nicht geholfen." Blaha und Schindler kritisierten auch das zum zweiten Mal angewendete neue Wahlrecht, das linke Fraktionen benachteilige.

Schindler stellt auch den Anspruch auf eine Exekutivbeteiligung des VSStÖ: "Unser erster Ansprechpartner sind natürlich die GRAS, der zweite Ansprechpartner sind die Fachschaftslisten". (APA)