Paris - Der wegen der Tötung seiner Freundin Marie Trintignant in Litauen zu acht Jahren Haft verurteilte französische Rockstar Bertrand Cantat wird diesen Sommer einen Antrag auf bedingte Freilassung stellen. Dies gab sein Anwalt Olivier Metzner gegenüber französischen Medien bekannt. "Er erfährt dieselbe Behandlung wie alle anderen Häftlinge. Ab Ende Juli hat er die Hälfte seiner Strafe abgebüßt, und er wird eine bedingte Freilassung beantragen", sagte der Anwalt. Er schränkte allerdings ein, dass diese "nicht automatisch" zugestanden werde.

Nach Angaben der Internet-Seite des Wochenmagazins "Le Point" könnte der Kopf der Rockgruppe "Noir Desir" bereits am 1. September freikommen. Die Strafvollzugsrichter werden in Bezug auf die Garantien auf einer soziale Widereingliederung des Verurteilten sowie in Bezug auf die Gefahr einer Wiederholungstat entscheiden. Metzner betonte, dass Cantat alle Rückvergütungsverpflichtungen erfüllt habe, was eine wichtige Prämisse für eine bedingte Freilassung darstelle.

Cantat war am 29. März von einem Gericht in Vilnius schuldig gesprochen worden, seiner damals 41-jährigen Geliebten in der Nacht auf den 27. Juli 2003 in einem Hotel in Vilnius im Zuge eines heftigen Streits vier tödliche Schläge versetzt zu haben. Marie Trintignant starb am 1. August in einer Klinik bei Paris an den Folgen der Verletzungen. Seit September 2004 sitzt Cantat seine Haftstrafe im südfranzösischen Toulouse ab. (APA)