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Jürgen Melzer.

Foto: APA/EPA/Klein
Paris - Österreichs Tennis ist erstmals seit den French Open 2000 bei einem Grand-Slam-Turnier mit fünf Spielern in der zweiten Runde eines Major-Turniers vertreten: Nach Tamira Paszek qualifizierten sich am dritten Spieltag in Roland Garros, der diesmal vom großen Regen verschont blieb, auch Sybille Bammer, Jürgen Melzer, Stefan Koubek und Werner Eschauer für die Runde der letzten 64.

In einer derartigen Dichte war Österreich wohl nur ganz selten bei einem Grand-Slam-Turnier vertreten wie an diesem Dienstag in Paris: Insgesamt sechs ÖTV-Spieler kamen zum Einsatz, einmal spielten auf der riesigen Anlage von Roland Garros gleich vier Akteure gleichzeitig.

Den Anfang machte Melzer, der sich in 2:06 Stunden mit einem glatten 6:4,7:5,6:4-Erfolg über den Argentinier Jose Acasuso für die nächste Phase qualifizierte. Melzer trifft nun bereits am Mittwoch mit Juan Monaco erneut auf einen "Gaucho". Gegen Acasuso bot er eine solide Leistung. "Ich habe sehr gut und konzentriert durchgespielt", war Melzer zufrieden. Dabei war er alles andere als topfit angetreten. "Ich habe aus Pörtschach einen Husten mitgebracht, der von Tag zu Tag schlimmer wird. Aber wenn es so bleibt, dann ist es okay", erklärte Melzer. Schlimmer seien die Pausen, die Match-Anspannung helfe hingegen.

Die zwei Tage Regenpause vor dem Match hat Melzer im Bett verbracht. Gegen Monaco musste er aber schon am Mittwoch auf den Platz. Der Argentinier ist alles andere als sein Lieblings-Gegner, vergangene Woche in Pörtschach hatte der Südamerikaner dem Österreicher bereits die dritte Niederlage zugefügt. "Das wird nicht einfach, er hat mich letzte Woche ziemlich vorgeführt", sagte Melzer. Monaco verwandelte übrigens am Dienstag gegen Fabio Fognini (ITA) einen 0:2-Satzrückstand noch zum Fünf-Satz-Sieg. "Irgendwann muss er müde auch werden. Ich werde sicher versuchen, etwas anders zu spielen als in Pörtschach."

Ebenfalls mit einer ziemlichen Verkühlung und auch Halsweh stand Bammer auf dem Platz. Die Weltranglisten-25. aus Ottensheim rang Roberta Vinci aus Italien in 78 Minuten mit 6:4,6:4 nieder, trifft nun auf Olga Sawtschuk (UKR). "Ich freu mich riesig", meinte Bammer nach dem eigentlich erwarteten Sieg. Immerhin hatte sie gleich zwei Hindernisse besiegt. Einerseits die Negativ-Serie in Paris, andererseits die mangelnde Gesundheit. Beim fünften Antreten hat die Oberösterreicherin endlich auch in Roland Garros ein Match gewonnen. Die Kälte und der Regen in Paris haben ihrer ohnehin angeschlagenen Gesundheit aber nicht gut getan. "Ich hoffe, es wird besser, meine Nase ist ziemlich zu."

Mit viel Kampf hat Koubek erstmals seit 2004 die zweite Runde im Bois de Boulogne erreicht. Er führte gegen Olivier Rochus mit 6:7(7),7:6(1),6:4,1:2, als der Belgier wegen Krämpfen aufgeben musste. "Er hatte, wie fast erwartet, wenn die Partie lange dauert, Krämpfe bekommen." Mit seinem eigenen Spiel war er nicht so richtig zufrieden. "Im ersten Satz hat man schon gemerkt, dass ich eigentlich der bessere Spieler bin, aber mir selbst im Weg stehe. Ich bin zur Zeit mein größter Gegner, wenn ich das ablegen kann, dann kann es wieder anfangen zu Laufen." Koubek trifft nun auf einen großen Brocken, den Spanier Juan Carlos Ferrero (Nr. 17 des Turniers).

Bemerkenswert auch der Sieg von Eschauer. Der bereits 33-jährige Niederösterreicher landete zum zweiten Mal nach sieben Jahren einen Erstrunden-Erfolg bei einem Grand Slam - wieder in Paris. Auch sein Gegner, Alexandre Sidorenko (FRA), musste aufgeben, allerdings beim (dritten) Matchball für Eschauer im vierten Satz bei 6:3,3:6,6:3,5:4. "Er hat sich im Finish überknöchelt", berichtete Eschauer, der erstmals überhaupt auf Grund seines Rankings direkt im Hauptbewerb eines Majors steht.

Mit 33 Jahren wieder Top 100, und eine Runde weiter. "Alltäglich ist das wahrscheinlich nicht, weil es nicht so viele probieren. Viele hauen früher den Hut drauf und wollen es nicht noch einmal wissen", verrät Eschauer. Ein richtiges Geheimnis gäbe es nicht. Es passe einfach alles zusammen, auch die Routine spreche freilich für ihn. Nächster Gegner des Hollensteiners ist übrigens Nikolaj Dawidenko (RUS-4). Nach der Nummer 304 also die Nummer 4 der Welt.

Nur für zwei von sieben ÖTV-Spielern kam das Aus: Alexander Peya musste nach 91 Minuten gegen den Ecudorianer Nicolas Lapentti im dritten Satz beim Stand von 1:6,4:6,1:2 wegen einer Magenverstimmung aufgeben. Und Yvonne Meusburger unterlag Francesca Schiavone (ITA-23) mit 2:6,4:6, vergab dabei im zweiten Satz eine 4:2-Führung. "Ich habe mir ziemlich schwer mit ihrem Spin getan. Am Anfang war ich auch noch ein bisserl nervös, aber im Grunde war es ganz okay", sagte Meusburger. Sie spielt nun bis Wimbledon kein Turnier, sondern Meisterschaft.(APA)