Wien - In Österreich rauchen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2006 rund 2,3 Millionen Menschen. 14.000 sterben jährlich an den Folgen des Lasters, etwa an Lungenkrebs. Weltweit rauchen rund 1,3 Milliarden Menschen, so die Organisation. Fünf Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums. 2020 könnten es fast zehn Millionen sein, prognostiziert die WHO. Dass der Tabakgenuss ungesund ist, ist allgemein bekannt, doch Raucher schaden nicht nur sich selbst, auch ihre Umgebung wird beeinträchtigt.

"Unangenehmer Tod"

Nach Angaben von Reinhard Kürsten, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, haben Raucher - vereinfacht gesehen - ein doppelt so hohes Krebsrisiko wie Nichtraucher, starke Raucher sogar ein vier Mal so hohes. Rund 90 Prozent aller Kehl- und Lungenkrebspatienten sind laut dem Experten Raucher. Jeder zweite Raucher sterbe an den Folgen des Tabakkonsums. Menschen, die dem ungesunden Laster frönen, sterben rund sechs Jahre früher als Nichtraucher. "Manche mögen es locker sehen und sagen 'Was sind sechs Jahre, dann sterbe ich halt früher', die letzten Lebensjahre eines Rauchers können jedoch mehr als unangenehm sein", sagte Kürsten.

Schlimme Folgen auch für junge Menschen

Hinzu kommen bei Qualmern oft Bronchitis, Herzinfarkte oder Arterienverkalkungen. Männer, die regelmäßig Tabak konsumieren, müssen auch damit rechnen, eine Erektion weniger lang aufrechterhalten zu können. Grund dafür ist die verringerte Blutzufuhr zum Penis. Auch mehr missgebildete Spermien seien eine Folge des Rauchens, so der Mediziner. Bei jungen Frauen steigt hingegen die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Auch die Haut bleibt nicht verschont: Ein täglicher Konsum von 20 Zigaretten lässt sie durchschnittlich um zehn Jahre altern. Wer jeden Tag eine Schachtel Zigaretten raucht, dessen Lunge nimmt in einem Jahr etwa eine Tasse Teer auf. Das zähflüssige braune Kohlenwasserstoffgemisch entsteht beim Abbrennen der Zigarette und verklebt die reinigenden Härchen in den Atemwegen und in der Lunge.

Tod durch Passivrauchen

Doch nicht nur die Gesundheit der Raucher ist gefährdet, auch Passivraucher können Schäden davontragen: Täglich sterben zwei bis drei Österreicher an den Folgen von Passivrauchen, warnte Kürsten. Pro Jahr werden durch Passivrauchen etwa 1.000 Menschen getötet, sagte der Arzt. 300 davon sind Nichtraucher, wie in einer europäischen Studie errechnet wurde. Todesursache Nummer eins dabei seien Herzinfarkte, gefolgt von Schlaganfällen. Pro Jahr sterben laut dem Experten etwa sieben Angestellte in Gastronomie-Betrieben an Folgen von Passivrauchen. Während in anderen öffentlichen und geschlossenen Räumen Maßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern getroffen würden, sei diese Berufsgruppe davon ausgeschlossen.

Zigarettenrauch enthalte über 60 Krebs erregende Substanzen, erklärte der Arzt. Diese Stoffe gelangen sowohl durch den ausgeatmeten Qualm der Raucher als auch durch das bloße Verbrennen des Tabaks in die Atemluft. Die glimmende Zigarette verursacht dabei 85 Prozent der Schadstoffe, so der Experte. Die Konzentration der giftigen Substanzen darin sei - verglichen mit ausgeatmetem Rauch - bis zu hundertfach höher. (APA)