Moderatorin: derStandard.at begrüßt Herrn Weber zum Chat, wir freuen uns auf spannende Fragen.

Michael Weber: Vielen Dank für die Einladung - ich freue mich auf viele "digitale" Fragen - herzlich Ihr Michael Weber

Moderatorin: UserInnenfrage per Mail: wann genau wird jetzt in Wien umgestellt?

Michael Weber: Am 26. Oktober vergangenen Jahres haben wir mit dem digitalen Antennenfernsehen in Österreich gestartet - als Parallelbetrieb von analog und digital. Rund um den 26. Oktober 2007 wird in Wien und Umgebung das anolge Signal abgeschaltet und nur mehr digital gesendet.

Userfrage per Mail: Was waren denn die häufigsten Beschwerden beim ORF-Kundendienst oder ihren anderen Hotlines, als Sie das analoge Signal in Vorarlberg und Tirol abgedreht haben? Und was antworten Sie denen?

Michael Weber: Das waren ganz unterschiedliche Fragen, aber eines kann man den Vorarlbergern und Tirolern "attestieren". Sie waren top informiert und wussten bereits vor der Abschaltung ziemlich genau bescheid, wie, wann und was zu tun ist.

Userfrage per Mail: Warum sind die Hotlines für Digital-TV eigentlich kostenpflichtig?

Michael Weber: Viele, viele Menschen wollen informiert werden - viele, viele Agents kümmern sich um ein wirklich perfektes Service für die digitalen Antennenfernsehzuseher. Sie haben Recht, es kostet zwölf Cent, parallel dazu hat der ORF auch eine kostenlose Hotline für Salzburg und Oberösterreich zur Verfügung gestellt. 0800226969. Herzlich ihr Michael Weber!

Userfrage per Mail: Bitte ganz einfach erklären: Warum wird eigentlich umgestellt und warum muss ich als Konsument dafür zahlen, obwohl ich diese Umstellung nicht will?

Michael Weber: Europa wird digitalisiert - Österreich ist bei der Digitalisierung nicht an erster Stelle, aber auch nicht an letzter Stelle. Im guten Mittelfeld. Digitalisert wird auch aus Frequenzgründen. Die Parallelphase und der Digitaliserungszeitraum 2006 bis Ende 2010 ermöglicht eine angenehme Umstellung. Erlauben Sie mir ihnen - um die Kürze zu wahren - auch mehr Hintergrundinformation zur europäischen Inititative und zum nationalen und internationalen Roll-Out-Plan zu mailen. L.G. Michael Weber

Manfred Bieder: Sie haben beim letzten Chat versprochen, dass Sie meiner Oma beim Einrichten der Digitalbox helfen. Jetzt hat sie es aber schon selbst erledigt. Hat sie sich dafür nicht eine kleine digitale Aufmerksamkeit verdient?

Michael Weber: Sie werden überrascht sein - noch bevor wir diesen Chat starteten - sprachen wir über ihre Oma. Wir würden gerne ein Foto mit der Box und der kleinen digitalen Aufmerksamkeit machen. Wäre das für sie ok? Herzlich, wie immer, ihr Michael Weber

Userfrage per Mail: Welchen Decoder empfehlen Sie persönlich und was kostet der?

Michael Weber: Sie finden einige Decoder - mit dem bunten Boxenpickerl ( zertifizierte Boxen) - die auch einen neuen Teletext haben auf unserer Homepage. Empfehlungen für Geräte darf ich ihnen nicht geben, aber achten Sie beim Einkauf auf dieses Zertifikat. Sie kosten ca. 99 Euro. Gebührenbefreite Haushalte erhalten einen Gutschein in der Höhe von 40 Euro.

Userfrage per Mail: Handy-TV soll vor dem Sommer beschlossen werden. Warum muss eigentlich alles die ORS machen? Die Wettbewerbsbehörde hatte massive Bedenken dagegen.

Michael Weber: Sie haben vollkommen Recht - es werden sich viele Bewerber nach der Ausschreibung bemühren den Zuschlag zu bekommen. Ähnlich wie beim digitalen Antennenfernsehen. Möge das beste Konzept für die Umsetzung von Handy-TV in Österreich den Zuschlag bekommen. Es wäre verfrüht schon jetzt darüber zu spekulieren. Wichtig ist nur eines: Der Kunde steht an erster Stelle.

Userfrage per Mail: Warum ist es dem ORF und der Medienministerin gar so wichtig, dass Handy-TV vor der Fußball-Europameisterschaft kommt? Der ORF hat noch nicht einmal die Fernsehrechte fix bekommen. Was kann man sich denn von der EM über Handy-TV erwarten?

Michael Weber: Da ich für die Sendetochter des ORF für die Umstellung auf das digitale Antennenfernsehen spreche, dürfen Sie mir nicht böse sein, wenn ich diese Frage nicht wirklich beantworten kann. Die ORS ist für alle technischen Dienstleistungen (Satelliten-TV, Radio...) zuständig. Vielleicht möchte man die EM - weil von vielen gesehen - als Start dafür nutzen.

Userfrage per Mail: Für Mux b gibt es 16 TV-Bewerbungen, wen emfpehlen Sie hier, wer soll senden dürfen? Bzw. welches Programm (inhaltlich) würden Sie sich hier wünschen?

Michael Weber: Unter anderem wurde ein Beirat aus Persönlichkeiten der Branche und Kenner des Landes gebeten nach Kriterien einen Vorschlag für die Programmerweiterung auf DVB-T gemeinsam mit dem Plattformbetreiber zu machen. ( Mux B = Programmerweiterung, Mux A= ORF 1, ORF 2, ATV). Unter anderem ist die Programmattraktivität und Regionalität ein Kriterium. Die Programmerweiterung wird noch in diesem Jahr stattfinden.

Userfrage per Mail: Die Umstellung fiel teilweise mit der ORF-Reform zeitlich zusammen, ist diese Umstellung für die miesen ORF-Quoten mitverantwortlich?

Michael Weber: DVB-T das digitale Antennenfernsehen wurde bereits am 26. Oktober 2006 gestartet und hat mit der ORF-Reform nichts zu tun.

the one: Warum wird eigentlich mit der DVB-T Box Werbung mit der Unsicherheit der Konsumenten gespielt. Viele beziehen den ORF über Kabel auch wenn sie keine Kabelkunden sind. Kann es sein dass hier die Lobby dahintersteckt?

Michael Weber: Sie haben vollkommen Recht. Es ist wesentlich, darauf hinzuweisen, dass die Kabelkunden nicht von der Digitalisierung betroffen sind. Ebenso nicht betroffen sind jene TV-Zuseher, die den ORF am Satelliten mit der digitalen Karte empfangen. Nur jene, die den ORF via Antenne sehen, brauchen eine digitale Antennenbox.

pumbo: Was spricht für eine DVB-T Box (3 Sender), wenn ich mittels digitalen Sat-Receiver unendlich viele Sender empfange und dafür nicht mehr zahlen muss...?

Michael Weber: ... unendlich viele sind es nicht, aber mit der Antenne können Sie jetzt z.B. auch portabel fernsehen, das heißt auf der Terrasse, mit ihrem Laptop, nahezu immer, wo Sie wollen. Sind Sie allerdings bereits Sat-Digital brauchen Sie zu Hause nichts umzustellen.

Userfrage per Mail: Welche Reaktionen gibt es auf den neuen Multitext?

Michael Weber: Viele, viele positive, da der neue Teletext - der Multitext - wie eine Art TV-Illustrierte mit sehr einfacher Navigationsmöglichkeit funktioniert. Das Fernsehbild läuft dabei rechts oben - während Sie gleichzeitig die neuesten Informationen lesen können. Es ist schon wert - auch aus den zahlreichen Rückmeldungen erkennbar einen Blick darauf zu werfen. Mit dieser Frage haben Sie nach unserem Zufallsgenerator gleich eine neue DVB-T Multitext-Box gewonnen. Gratuliere!

kalter sommer: ich empfinde die eingeblendete laufschrift zurm dvbt-umstieg seit etwa 2-3 wochen als äußerst störend so sind z.b. beim Millionenquiz die antworten und auch bei diskussionssendungen die namen nicht mehr zu lesen. und dafür soll man auch noch zahlen?

Michael Weber: In dem Moment, wo Sie von analog auf digital umgestiegen sind haben Sie keine Informationslaufbänder mehr. Ich kann Sie in diesem Zusammenhang nur um Verständnis bitten, da wie mit dieser Informationsleiste den "analogen Antennen-Kunden" genau informieren können, dass jetzt dieses Signal umgestellt wird.

Flat Decider™: Warum kann ich an der Grenze zu Deutschland zwölf digitale Programme (arte, phoenix etc.) empfangen und in Wien nur zwei?

Michael Weber: Die Frequenzsituation - damit auch die Programmsituation - ist im Osten, Westen und Süden unterschiedlich. Damit ergeben sich auch unterschiedliche Empfangssituationen.

m m 10: warum wurde mit der umstellung nicht auch eine verschlüsselung "eingearbeitet" damit wäre die GIS frage geklärt? wer ORF will muss zahlen, wer nicht bracuht nicht zahlen...

Michael Weber: Lieber m m 10: Zu den Fragen der Gebühren bitte ich Sie, sich direkt mit der GIS orf-gis.at in Verbindung zu setzen. Dort erhalten Sie alle Informationen zum Thema Gebühren.

chrissal: Wie hoch sind eigentlich die Strahlungswerte von DVB-T im Vergleich zu den analogen Signalen oder zu Handysendern die ja tagtäglich für Schlagzeilen sorgen?

Michael Weber: Im Vergleich zur analogen Sendeleistung handelt es sich dabei um einen Faktor vier - das heißt reduziert auf ein Viertel der Sendeleistung und zusätzlich sind digital statt drei Sender nur noch ein Sender in Betrieb.

ostenberger: Soweit bekannt, gehört die ORS zur Zeit zu 60% dem ORF, zu 40% der Raiffeisen Medicur. In Fachkreisen ist immer wieder von einem geplanten Börsegang der ORS die Rede, bzw. wird sich der ORF von seinen ORS Anteilen trennen ? Wissen Sie mehr ?

Michael Weber: Es wäre reine Spekulation über die Intentionen und Interessen der Eigentümer hier zu antworten. Tut mir leid, ihr Michael Weber.

Micaela Marquee: Was machen Sie nach der DVB-T-Umstellung?

Michael Weber: Ich gebe zu, liebe Micaela, Sie haben meine Lieblingsfrage gestellt. Ich kenne Sie zwar nicht, aber auch Sie haben mit dieser Frage einen USB Stick mit einer Miniantenne für ihren Laptop gewonnen. Alles Gute! Übrigens: Die DVB-T Umstellung endet ja erst 2010 - und auch bis dahin gibt es viele bunte und interessante "digitale" Aktivitäten in der ORS. Liebe Grüße! Michael Weber

Moderatorin: derStandard.at bedankt sich bei Herrn Weber für das Kommen! Wir wünschen noch einen schönen Tag!

Michael Weber: Auch ich bedanke mich herzlich. Wenn noch Fragen offen sind: www.dvb-t.at oder 0820 420 420. Mit lieben und digitalen Grüßen, Michael Weber