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Sybille Bammer

Foto: APA/Klein
Paris - Von den sieben Österreichern in den Einzel-Hauptbewerben der French Open ist in der dritten Runde nur noch Sybille Bammer übrig geblieben. Die Weltranglisten-25. trifft am Freitag auf die starke Chinesin Li Na, Nummer 18 der Welt und an der Seine als Nummer 16 gesetzt. Die Siegerin dieser Partie bekommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit dann am Sonntag mit der zweifachen Titelverteidigerin Justine Henin zu tun.

"Werde locker drauf losspielen"

Bammer sieht sich im ersten Duell mit der Asiatin nicht als Favoritin. "Ich bin Außenseiterin, werde locker drauf losspielen und mein Bestes geben", meinte Bammer am Donnerstag. Natürlich kennt die 27-jährige Oberösterreicherin die Stärken ihrer Gegnerin. "Sie hat ein sehr schnelles Spiel und wird wahrscheinlich mehr Winner machen als ich." Bammer hofft, dass sie mit ihrer Konstanz punkten kann.

Li Na ist tatsächlich ein großer Brocken. Das zeigt sich allein beim Blick auf ihre Performance bei den vergangenen Grand-Slam-Turnieren: Vor einem Jahr schon Runde drei in Paris, dann Viertelfinale in Wimbledon sowie die Achtelfinali bei den US Open und heuer den Australian Open. Bammer hingegen hofft auf ihr erstes Achtelfinale bei einem der vier Major-Turniere überhaupt.

"Wie an jedes andere Match heranzugehen"

"Natürlich ist es etwas Besonderes, aber ich versuche das eher neutral zu sehen und genauso wie an jedes andere Match heranzugehen", meint sie. Die Verkühlung ist dank Salzwassergurgeln weitgehend abgeklungen.

Bammer-Coach Jürgen Waber sieht noch einige Möglichkeiten zur Steigerung bei Bammer. "Von ihrer Bestleistung ist sie noch ein Stückerl entfernt. Der Aufschlag hat nur teilweise funktioniert und sie erkennt manche Situationen noch nicht so richtig. Das hundertprozentige Vertrauen ist noch nicht da."

Bei der einzigen Mutter in der Tennis-Weltspitze gibt es auch andere Prioritäten, aber gerade die für sie so normale Mutter-Kind-Situation ist für viele Medienvertreter in Roland Garros besonders interessant. Dementsprechend gibt es mehrere Anfragen für Interviews. "Es ist etwas schwierig für sie, weil die Sybille vom Typ her Zeit braucht. Es ist nicht einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen", so Waber.

"Ich bin oft überrascht"

Zumindest kurzfristig hatte Tochter Tina eine Spielgefährtin, denn Rossana de los Rios (PAR) ist ebenfalls Mama. "Ihre Tochter war letztes Jahr in der Schule in Paraguay, daher hat sie nicht so viele Turniere gespielt. Heuer möchte Rossana noch ein Jahr durchspielen." Die 31-jährige de los Rios hat allerdings nach erfolgreicher Qualifikation in Runde eins verloren.

Neu für die Tennis-Mutter Bammer ist auch die gestiegene Popularität bei den Fans. Da kommt es - vor allem hier in Paris - schon öfters vor, dass ihr Fans nachlaufen und Autogramme wollen. "Das ist eine neue Situation. Ich bin oft überrascht, dass mich da Kinder erkennen und sogar mit dem Vornamen ansprechen, das hat mich schon gefreut." Autogramme hat sie schon viele gegeben. Schafft sie auch die dritte Hürde, werden es mehr werden. Und auch der Sprung in die Top 20 ist dann zum Greifen nahe. (APA)