Die neue Zuseher-Arena mit Tribünen und VIP-Logen. Das Konzept wurde von "bauArt Architecture" geplant und in Szene gesetzt

Bild: bauArt
Wien – "Heuer setzen wir noch einen drauf", kündigte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Freitag an: "Das Ambiente des Filmfestivals am Rathausplatz wird komplett verändert." Sowohl das Aussehen als auch die Qualität des ungeheuer erfolgreichen Open Air-Festivals mit Opernfilmen werden rundum erneuert.

Die sofort sichtbare Veränderung: Der Zuschauerbereich wurde neu designt und seine Kapazität erweitert – ab 30. Juni wird eine Zuschauer-Arena mit Tribünen auf sechs Ebenen insgesamt 1250 Personen Platz bieten. Gleichzeitig wird die bisherige Barriere durch den Übertragungsturm zwischen Zuschauerbereich und der Gastronomiemeile beseitigt und eine Sichtachse eröffnet.

Bessere Filmqualität

Gleichzeitig soll die Übertragungsqualität noch einmal deutlich verbessert werden: Die Leinwand werde auf 20x11,25 Meter nahezu verdoppelt, wie Technikchef Wolfgang Fritz erläuterte, auch sei ein graues Tuch gewählt worden, um bessere Schwarzwerte und Kontraste auch in der Dämmerung erzielen zu können. Vor allem aber werden heuer die meisten Filme in High Definition-Qualität (HD) gezeigt. Die Folge: Auch die Tonanlage wird bei HD-Filmen 5.1-Qualität bieten. Bei älteren Filmen wird wieder von Fünfkanal- auf Zweikanalton umgestellt.

Und was die filmische Programmgestaltung betrifft: Ohne der Netrebko geht natürlich gar nichts mehr. 41 Filme würden heuer gezeigt, so Programmchef Franz Patay, davon seien "37 zum ersten Mal auf dem Rathausplatz zu sehen, viele wurden noch nie in Österreich gezeigt".

Darunter natürlich die jüngste Manon aus der Staatsoper mit Anna Netrebko, Il Trovatore von den Bregenzer Festspielen 2006, Le Nozze di Figaro unter Harnoncourt aus Salzburg und der Graf von Luxemburg von den vorjährigen Seefestspielen in Mörbisch.

Netrebko und Paul Anka

Dazu natürlich das Konzert von der Netrebko mit Ronaldo Villazón und Plácido Domingo – und für andere Geschmäcker gibt's etwa ein Paul Anka-Konzert. Aber auch für Kinder ist diesmal etwas auf dem Programm: Die Zauberflöte für Kinder aus der Wiener Staatsoper und eine Peter und der Wolf-Animation.

Und nicht zuletzt die Gastromeile – auch "der größte Schanigarten der Welt" werde umgestaltet, wie Attila Dogudan eröffnete: Die Stände wurden neu designt, werden eine S-Kurve bilden, inmitten eine Oase und gleich zu Beginn ein Lärchenboden mit Sofas drauf.

Strömen zum Filmfestival jährlich insgesamt bis zu 700.000 Besucher, werden in der Gastonomiemeile täglich 10–15.000 Gäste von 22 Gastronomiebetrieben an 24 Ständen bewirtet. Der Umsatz in diesen zwei Monaten: "Rund sieben bis zehn Millionen Euro", schätzt Dogudan. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 2./3.6.2007)