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Die Ermittler haben das Sagen, die Bewohner des Mehrparteienhauses in Innsbruck, in dem der Fund gemacht wurde, wurden zur Zurückhaltung ausgefordert.

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Der abgesperrte Zugang zum Keller des Hauses, in dem die drei Säuglingsleichen zufällig ausgegraben worden waren.

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Innsbruck – Die drei am vergangenen Freitag in einem Kellerabteil eines Innsbrucker Mehrparteienhauses gefundenen Babyleichen stellen die Kriminalpolizei weiter vor ein Rätsel. Noch gebe es keine konkrete Spur, hieß es am Dienstag aus dem Landeskriminalamt. Die Gerichtsmediziner arbeiten unterdessen mit Hochdruck, um die DNA der vergrabenen Neugeborenen festzustellen.

Sämtliche derzeitigen und früheren Mieter des Hauses im Stadtteil Wilten seien befragt worden, einen dringenden Tatverdacht gebe es momentan keinen, berichteten die Ermittler der APA. Zur Zeit sei die Spurenauswertung im Gang. Erste Ergebnisse würden frühestens in zwei bis drei Wochen vorliegen.

"Es wird Wochen dauern"

Am Gerichtsmedizinischen Institut der Universität Innsbruck wurde indes fieberhaft versucht, nähere Informationen über die drei Säuglinge zu erhalten. Es werde die DNA gesucht, erklärte Vorstand, Univ.-Prof. Richard Scheithauer. Da der Zustand der Weichteile der drei Neugeborenen viel zu schlecht sei, könne die DNA nur anhand der Knochen festgestellt werden. "Das wird noch Wochen dauern", prognostizierte der Mediziner. "Man kann nicht mit radikalen Methoden ran, sonst ist die DNA auch zerstört", erläuterte er die schwierige Arbeit.

Ob es tatsächlich gelingen werde, DNA zu gewinnen, sei noch völlig offen. "Bei zwei der Babys (zwei Buben; Anm.) ist die Chance größer", meinte Scheithauer. Am schlechtesten sei der Zustand des dritten Kindes. Bei diesem lasse sich das Geschlecht äußerlich nicht bestimmen.

Suche nach Giftspuren

Insgesamt zwölf Ärzte sind mit den Untersuchungen der drei Babyleichen beschäftigt, davon befassen sich vier näher mit den Säuglingen. Ihre Aufgabe ist es, das Alter der Kinder bei der Geburt zu klären. Auch der Frage, ob sie lebend zur Welt kamen bzw. ob sie von den Organen her lebensfähig waren, wird auf den Grund gegangen. Untersucht wird zudem, ob die Babys durch Vernachlässigung starben bzw. auf welche Weise sie anderweitig zu Tode kamen. Nicht zuletzt werden die Leichen auf Spuren von Gift und Medikamenten in Augenschein genommen.

Ein neuer Mieter hatte am Freitagnachmittag den grausigen Fund gemacht. Bei Umräumarbeiten in dem Kellerabteil hob er eine Bodenabdeckung an und entdeckte eine in einem Plastiksack eingepackte Babyleiche. Wenig später fand die Polizei in dem Bereich die beiden anderen toten Kinder. Die drei Neugeborenen dürften bereits mehrere Jahre in dem Keller gelegen haben. (APA)