Brüssel - Der Bestand des vom Aussterben bedrohten Aals soll sich dank eines mehrjährigen Rettungsplans der EU erholen können. Die Botschafter der 27 EU-Staaten haben sich nach Angaben von Diplomaten grundsätzlich auf einen Stufenplan geeinigt. Dieser sehe unter anderem eine schrittweise zu erzielende "Auffüllungsquote" von 60 Prozent bis 2013 vor, hieß es am Montag in Brüssel.

Dies würde bedeuten, dass dann 60 Prozent der gefangenen jungen Glasaale innerhalb der EU für die Wiederansiedlung in heimischen Flüssen verkauft werden müssen. Die zuständigen EU-Minister sollen dem Vorhaben auf ihrem Ratstreffen in einer Woche in Luxemburg zustimmen.

Das große Geschäft mit den kleinen Aalen

Insbesondere die großen Fischereinationen Frankreich und Spanien machen mit dem Verkauf von Glasaalen vor allem nach Asien ein Riesengeschäft und haben die Einigung auf einen Rettungsplan im Ministerrat immer wieder blockiert. Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Auffüllungsquote von 75 Prozent vorgeschlagen, um die Bestände nachhaltig zu sichern. Ein Kompromissvorschlag des deutschen Agrarministers und EU-Ratspräsident Horst Seehofer (CSU) sah 60 Prozent vor, die aber bereits im Jahr 2010 hätten erreicht werden sollen.

Die Ministerrunde soll sich auch auf eine Strategie für die bedrohten Tunfischbestände einigen. Nicht gut sehe es für den Ostseedorsch aus, sagten Diplomaten. Hier seien die Interessen der Anrainerländer noch zu wenig auf einen Nenner gebracht. (APA/dpa)