Laut Schätzungen ist jede fünfte Frau von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen, jedes fünfte Kind wird missbraucht oder misshandelt. Zurück bleiben Opfer, deren Wunden nicht heilen, die gedemütigt und verletzt werden. Meist bleiben sie alleine mit ihrem Schicksal zurück, ohne Zukunft und ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Vielen dieser Mädchen und Frauen bleibt oftmals nichts anderes übrig, als im Täterumfeld zu bleiben oder sich in Kliniken zu flüchten. Hilfe, aus diesem Kreislauf zu entfliehen gibt es kaum, da es bis jetzt kaum einen sicheren Ort für die Betroffenen gibt.

Durch die Eröffnung des ersten österreichischen Traumazentrums in Stainz soll endlich jenen geholfen werden, die durch jahrelange psychische und physische Gewalt gelitten und damit Belastungsfaktoren ausgesetzt waren, die sie bis dato außer Stande setzten, ein glückliches, angstfreies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Leben statt überleben

Das betreute Wohnhaus nennt sich ReethiRa und bietet den Betroffenen einen sicheren äußeren Rahmen, um unter der Führung des traumapädagogischen Teams die Erlebnisse verarbeiten zu können und einen selbstbestimmten Weg ins Leben zu finden.

Das ReethiRa eröffnet Mädchen und Frauen zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr die Möglichkeit zur positiven Neuorientierung in einer Realität, die nach den schrecklichen Erfahrungen nur noch fragmentiert wahrgenommen werden kann.

Pädagogik und Psychotherapie

Schwerpunkt der emanzipatorischen Arbeit des ReethiRa´s ist ein integriertes Konzept aus Pädagogik und Psychotherapie. Das therapeutische Milieu des Wohnhauses bietet den Bewohnerinnen eine ressourcenorientierte Förderung in den Bereichen Persönlichkeit, Schule, Beruf und praktische Lebensbewältigung. Die Entwicklung eines neuen Selbstbildes und die Vorbereitung auf eine selbständige Lebensführung sind wesentliche Bestandteile der pädagogischen Arbeit.

Gegründet und geführt wird das ReethiRa von den Steierinnen Michaela Halper und Mag.a Petra Orville, die bereits durch ihre Drogentherapiestation Ubuntu beachtliche Erfolge erzielt haben. Gemeinsam mit der Traumatherapeutin Dr.in Sonja Laure haben sie nun das psychiatrische Konzept für das erste österreichische Therapiezentrum für Traumaopfer entwickelt, welches zweifellos vielen weiteren Menschen eine Chance auf ein besseres Leben gibt. (red)