Bagdad - Geistesgegenwärtig haben Wachmänner einen Selbstmordanschlag vor einer Rekrutierungsstelle der Polizei in Bagdad vereitelt. Die in einen schwarzen Tschador gekleidete Attentäterin ignorierte Aufrufe zum Stehenbleiben, woraufhin auf sie geschossen wurde, wie das irakische Innenministerium am Dienstag mitteilte. Ihr Sprengsatz sei dann sofort explodiert. Die Frau war den Angaben zufolge auf der Stelle tot, drei Polizisten wurden leicht verletzt.

In Ramadi westlich von Bagdad gelang es unterdessen einem Selbstmordattentäter, mit dem Auto bis zu einem Kontrollpunkt vorzufahren und erst dann seinen Sprengsatz zu zünden. Mindestens sechs Polizisten wurden mit dem Mann in den Tod gerissen. Ein Anschlag im Norden des Landes kostete mehrere irakische Soldaten das Leben. Außerdem wurden landesweit wieder zahlreiche Leichen von Gefolterten aufgefunden.

Der oberste Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, David Petraeus, räumte im Fernsehsender CBS ein, dass die Gewalt in jüngster Zeit stark angestiegen sei. Nach der Entsendung von zunächst 30.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Bagdad im Februar sei ein Rückgang verzeichnet worden, im Mai jedoch ein deutlicher Anstieg. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kamen im vergangenen Monat mindestens 2.155 irakische Zivilpersonen bei Anschlägen und anderen politisch motivierten Verbrechen ums Leben. (APA/AP)