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Der Chef in Siegerpose: Thomas Musters Tennisakademie war in Graz geplant und wird nun in seiner Heimatstadt Leibnitz verwirklicht. Der Winterbetrieb kann schon heuer starten

Foto: Reuters/CHRISTIAN CHARISIUS
Leibnitz – Für gewöhnlich fungiert bei Musterländern ihre Mustergültigkeit als Namensgeber. In der Steiermark steht hinter dem "Musterland", das in Leibnitz gebaut wird, eine Person: Thomas Muster.

Am Dienstag stellte der Tennisprofi mit dem steirischen Landeshauptmann Franz Voves und Sportlandesrat Manfred Wegscheider (beide SPÖ) die konkreten Pläne für seine Tennisakademie vor, die seit 2003 in Graz auf ihre Umsetzung gewartet hat und nun in Musters Heimat Leibnitz realisiert wird. Am Montag hatte der Leibnitzer Gemeinderat dem Vorhaben zugestimmt.

"Kein Erholungsheim"

24 Jugendliche sollen in der Akademie ab 2009 zu Tennisprofis ausgebildet werden und sie werde "kein Erholungsheim für gescheiterte Tennisspieler sein", sagte der ehemalige Anführer der Tennisweltrangliste. Als erstes wird die bestehende Tennishalle umgebaut – jene, in der Muster schon trainiert hat. Diese soll schon im Herbst fertig sein, damit der Winterbetrieb aufgenommen werden kann.

Im Areal wird ein Familien- und Jugendgästehaus errichtet, das dem Tennisnachwuchs als Internat dienen wird. Sechs Freiplätze, ein Center-Court mit Flutlichtanlage und vier Hallenplätze werden gebaut. Leibnitz punktet auch wegen seiner Größe. Alles werde im Umkreis von 500 Metern erreichbar sein, sagte Muster. Finanziert wird die 8,4 Millionen Euro teure Akademie vom Land Steiermark und der Stadt Leibnitz.

"In Graz geht nichts weiter"

Vor vier Jahren hatte Thomas Muster das Projekt angekündigt, es hätte in Graz-Straßgang umgesetzt werden sollen. Doch wegen zahlreicher Verzögerungen drohte es zu scheitern. "In Graz geht einfach nichts weiter", habe ihm Muster vor einem halben Jahr gesagt, erzählte der Leibnitzer Bürgermeister Helmut Leitenberger. Dann habe er zu sondieren begonnen. "Manchmal braucht man Geduld auf der Grundlinie, bis man einen Punkt macht", war Musters Kommentar zu den Verzögerungen. Die Ablöse für die Tennishalle in Graz sei zu hoch gewesen, sagte er. Hinzu kam, dass über dem Grund ein Auffangbecken für Hochwasser geplant wurde. (Marijana Miljkovic, DER STANDARD Printausgabe, 6.6.2007)