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Links der Duncan, rechts der James.

Fotos: Reuters
San Antonio/Texas - Wenn Böse Buben auf Kavaliere treffen, sind vor der Finalserie der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA zwischen den San Antonio Spurs und den Cleveland Cavaliers die Rollen klar verteilt. Bereits zum vierten Mal seit 1999 stehen die Spurs im Endspiel, wobei keine Finale verloren ging. Die "Cavs", die erstmals in ihrer 37-jährigen Klubgeschichte den Showdown um das Championat bestreiten, wollen diesen Lauf jedoch in der Nacht auf Freitag in Texas startenden "best-of-seven"-Serie durchbrechen.

Tim Duncan gegen LeBron James

San Antonio gegen Cleveland - das ist in erster Linie das Duell Tim Duncan gegen LeBron James. Beide sind exzellent, extravagant und extrem wichtig für ihre Teams. Der 31-jährige Duncan kennt das Gefühl des Triumphes schon, er war bei allen drei Titeln seiner Spurs in den Jahren 1999, 2003 und 2005 dabei und wurde dabei dreimal zum "wertvollste Spieler des Finales" (MVP) gekürt. Sein 22-jähriges Pendant James hat Cleveland in nur vier Jahren vom schlechtesten NBA-Team zu einem ernsthaften Titelkandidaten geführt.

Medial steht der Außenseiter um "King James" im Mittelpunkt des Interesses - durchaus zum Leidwesen von Duncan. "Es wäre schön, auch mal etwas über uns im Fernsehen zu sehen. Aber die Zeit wird kommen, dass seine Szenen verschwinden und die Spurs in den Highlights des Tages auftauchen", betonte der 2,11 m-Mann, der rechtzeitig zum Playoff jährlich zur Hochform aufläuft. Dass San Antonio der Ruf der "Bösen Buben" vorauseilt, macht dem All-Star-Spieler nicht zu schaffen: "Ich bin gerne ein böser Bube. Eigentlich waren wir immer die Underdogs, die sich aus einem Loch herauskämpfen müssen. Diese Rolle kommt diesmal aber Cleveland zu."

"Ich habe immer an uns glaubt"

Bei der Mannschaft aus Ohio, die ihrer Heimatstadt den ersten Meistertitel nach 43 Jahren bescheren will, nimmt man diese Rolle gerne an. San Antonio wäre das Topteam der Liga und spiele den besten Basketball, stellte James klar. "Aber ich habe immer an uns glaubt und das tue ich auch jetzt", meinte der Mann mit der durch Michael Jordan legendär gewordenen Nummer 23. Die beiden Spiele in der regulären Saison hatten zumindest die "Cavs" gewonnen und dadurch vielleicht Eindruck beim Gegner hinterlassen.

Auf ein Offensiv-Spektakel dürfen die Fans voraussichtlich nicht hoffen. Clevelands Coach Mike Brown war drei Jahre lang Assistent von Gregg Popovich, seinem Gegenüber auf Seiten der Texaner, und legt wie sein Mentor großen Wert auf die Verteidigung. Er formte die Cavs zu einem der besten Defensiv-Teams der Liga, das die Gegner auch im Playoff verzweifeln ließ. Im Finale wird Drew Gooden die "Ehre" zuteil, Duncan zu entschärfen. "Jeder weiß, was der andere tut. Zwischen uns gibt es nicht mehr viele Geheimnisse", urteilte Popovich über seinen Ex-Schützling Brown.(APA/Reuters/dpa)