Heiligendamm - Vom G-8-Gipfel in Heiligendamm sind nach Informationen aus Delegationskreisen kaum bedeutende neue Hilfen für Afrika zu erwarten. "Einige G-8-Mitglieder sind müde von immer neuen Hilfszusagen und wollen sie nicht unterstützen", sagte ein ranghohes Mitglied einer Gipfeldelegation am Mittwoch. "Und es sind mehr als ein oder zwei Länder." In Expertengesprächen werde um Formulierungen gerungen, die für alle Teilnehmer akzeptabel wären.

Die G-8 haben allerdings schon das Versprechen ihres Gipfels vor zwei Jahren, die Hilfe für Afrika zu verdoppeln, bisher nicht gehalten. Im schottischen Gleneagles war eine Erhöhung der Entwicklungshilfe bis 2010 um 25 Milliarden US-Dollar zugesagt worden. Hilfsorganisationen und auch die Weltbank forderten die G-8 vor dem Gipfel zu einem entschiedeneren Handeln auf.

Papst: "Versprechungen dürfen nicht vernachlässigt werden"

Papst Benedikt XVI. hat zum heutigen Auftakt des G8-Gipfels in Heiligendamm abermals die reichsten Industrienationen der Welt dazu gedrängt, ihre Hilfszusagen für Not leidende Länder einzuhalten. "Die Versprechungen, die Entwicklungshilfe für die ärmsten Bevölkerungen, vor allem in Afrika, zu erhöhen, dürfen nicht vernachlässigt werden", sagte der Papst bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz vor 40.000 Menschen. (APA/dpa)