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Foto: AP/Weerawong
Wien - Der Kondom-Hersteller Durex hat für Latex-Allergiker ein neues Kondom auf den Markt gebracht. Polyisopren heißt das Material, das das bisherige latexfreie Kondom aus einem Polyurethan ersetzt. Der Hersteller verspricht, dass das neue Kondom hoch elastisch und weich und daher sehr angenehm zu tragen sei. Die Easy-On-Passform sorgt dafür, dass es sich an die individuelle Anatomie des Trägers perfekt anpasst und sich leicht abrollen lässt.

"Sehr häufig kommt eine Latex-Allergie in der Bevölkerung nicht vor - wenn sie allerdings auftritt, kann sie wirklich gefährlich werden", so der Allergie-Experte Norbert Reider von der Allergie-Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck. Ein größeres Problem stellen jedoch sogenannte Allergie-Risikogruppen dar. Deren Vorkommen schätzt der Experte auf 35 Prozent. "Hier handelt es sich in erster Linie um Menschen, die in Gesundheitsberufen oder in der Gummiindustrie tätig sind, aber auch um solche, die viele Operationen hinter sich haben", führt der Experte aus. Besonders betroffen sind auch Atopiker - das sind Menschen mit einer Neigung zu Allergien, die häufig unter Neurodermitis leiden. Sie zeigen insgesamt eine deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegende Rate von Latex-Allergien. "Die Latex-Allergien sind ein relativ neues Phänomen, das erst seit den 1980er Jahren - seit dem Auftreten von Aids - bekannt ist."

Symptome

Die allergischen Reaktionen werden durch die Proteine des Naturkautschuks ausgelöst. Die Symptome einer Latex-Allergie reichen von Hautirritationen und Juckreiz bis hin zu Bindehautentzündungen, allergischem Schnupfen und Asthma ausgelöst durch Kontakt bzw. Inhalation von Latexproteinen. "Wie bei allen Allergien kann es auch hier zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen", meint Reider. Das hänge natürlich auch von der Exposition ab. "Bei Latex-Handschuhen, die auf der trockenen Haut getragen werden, ist das weniger gefährlich als etwa bei einem Kondom, das mit der Scheidenschleimhaut in Kontakt tritt", meint der Mediziner.

1997 brachte der Kondomhersteller Durex das erste latexfreie Kondom auf den Markt. "Die Herausforderung war, ein Material zu entwickeln, das noch weicher, elastischer und feiner ist als das bisher verwendete Polyurethan", so Katja Abele, SSL Marketing Managerin Österreich. Polyisopren ist eine synthetisch hergestellte Version des Naturkautschuks. Vorteil gegenüber dem bisher verwendeten Polyurethan ist, dass dieses Material sehr dehnbar und daher extrem reißfest ist - das Kondom ist transparent und geruchsneutral. Aus Polyisopren werden auch Handschuhe für den medizinischen Bereich hergestellt: Auch hier ist die Überlegung die, allfälligen Latex-Allergien vorzubeugen. (pte)