Rom - In Mailand wird am Freitag erstmals eine mutmaßliche CIA-Entführung vor Gericht verhandelt. Wegen der Verschleppung des aus Ägypten stammenden Terrorverdächtigen Abu Omar Anfang 2003 beginnt in Abwesenheit ein Prozess gegen 26 Agenten des US-Geheimdienstes CIA. Zudem sind der ehemalige Chef des italienischen Militärgeheimdienstes Sismi, Nicolo Pollari, und sein Stellvertreter angeklagt. Der islamische Geistliche Abu Omar war laut Staatsanwaltschaft von CIA-Agenten in Mailand auf offener Straße gekidnappt und nach Ägypten gebracht worden. Dort wurde er nach eigenen Aussagen schwer gefoltert. Abu Omar war seinerzeit Imam in einer Mailänder Moschee. Die italienische Justiz hielt ihm damals vor, er habe Attentäter für den Irak angeworben. Abu Omar war erst im vergangenen Februar aus ägyptischer Haft unter der Bedingung entlassen worden, dass er seine Heimat nicht verlässt und sich nicht öffentlich zu dem Fall äußert. Washington weigert sich, die angeklagten Agenten vor Gericht erscheinen zu lassen. (APA)