Baikonur - Rumba und Tango warten auf ihren Einsatz, Salsa und Samba sind bereits in Position gegangen. Wenn jetzt auch der Countdown von Rumba und Tango in der kasachischen Wüste problemlos verläuft, kann das "Cluster II" genannte Quartett in einer Woche mit seiner Arbeit beginnen. Genau aufeinander abgestimmt, fliegen die vier Satelliten dann in einer elliptischen Umlaufbahn in den interplanetaren Raum und durch das Magnetfeld des Planeten Erde. Nach dem erfolgreichen Start von Salsa und Samba am 16. Juli fiel den Managern der Europäischen Weltraumorganisation ( ESA ) in Paris ein erster Stein vom Herzen. Beim Jungfernstart der neuen europäischen Ariane 5-Trägerrakete im Juni 1996 waren vier Sonnen-Sonden dieses Typs in einer Explosionswolke zerborsten. Auf ein Neues Das Vorhaben, so präzise wie bisher noch nie die Wechselwirkungen zwischen Sonne und Erde zu erforschen, war jedoch zu wichtig, um zu den Akten gelegt zu werden. Die nachgebauten "Cluster"-Sonden sollten es - jetzt im Duo und mit einer Sojus-Fregat-Trägerrakete gestartet - doch nochmal versuchen. Salsa und Samba sind akkurat auf ihren vorgesehenen Bahnen positioniert. "Alle Manöver sind perfekt abgelaufen. Das war sehr sehr schwierig, weil es gleichzeitig um zwei Satelliten ging", hatte die ESA mitgeteilt. Nach vier Bahnerhöhungen sowie einer Veränderung des Neigungswinkels liegt ihr erdfernster Punkt jetzt bei fast einem Drittel des Abstands zum Mond. Die Nachzügler Rumba und Tango müssen bis zum 15. August ähnliche Flugmanöver meistern. Im Einsatz stehen die vier zylinderförmigen Sonden mit ihren jeweils elf identischen Messinstrumenten an Bord wie die Spitzen einer Pyramide zueinander. Vorbereitungen Ein Team von etwa 30 Ingenieuren des neuen europäischen Raumfahrtkonzerns Astrium hat die Cluster-Flotte am russischen Weltraumbahnhof Baikonur für ihre Arbeitstätigkeit im Sonnenwind präpariert. Die baugleichen Sonden, die den Sonnenwind und seine heftige Einwirkung auf den erdnahen Weltraum erstmals dreidimensional messen, wurden unter deutscher Federführung entwickelt und gebaut. Um Dreidimensionalität möglich zu machen, sind vier Satelliten nötig. Sie sollen mindestens zwei Jahre lang von verschiedenen Punkten aus und im Abstand 19.000 bis 119.000 Kilometer zur Erde fliegen. Die 312 Millionen Euro teure Mission dient der Erforschung des Weltraumwetters. Die Wissenschafter wollen wissen, ob die Sonne das Klima auf der Erde nachhaltig beeinflusst und wie genau sich Stürme elektrischer Teilchen im Sonnenwind auf das Erdmagnetfeld auswirken. (APA/dpa)