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Markus Brier hatte im Heimclub mit den Grüns zu kämpfen.

Foto:APA/Diener
Oberwaltersdorf - Das BA-CA Golf Open hat am Freitag den Titelverteidiger und zwei seiner Superstars verloren. Lokalmatador Markus Brier spielte im GC Fontana Oberwaltersdorf eine schwache zweite Runde (73) und verpasste mit insgesamt 143 den Cut um einen Schlag. Der Schotte Colin Montgomerie war schon zuvor nach dem Gesamtscore von 147 Schlägen (5 über Par) enttäuscht abgereist, auch der Nordire Darren Clarke schied aus. Briers Klubkollege, Neoprofi Bernd Wiesberger rettete hingegen dank starker Nerven als 27. mit 139 Schlägen sicher die Teilnahme an den letzten zwei Runden am Wochenende, der Salzburger Amateur Hans-Peter Bacher scheiterte im Finish um einen Schlag.

Spitzenreiter war der Australier Richard Green mit 131 (11 unter Par), einen Schlag vor dem Schweden Martin Erlandsson. Der 36-Jährige aus Melbourne ist die Nummer 24 der Europa-Jahreswertung und hat 1997 im Dubai Desert Classic seinen bisher einzigen Sieg gefeiert. Der am Vortag führende Engländer Graeme Storm hat vier Schläge Rückstand (6.).

Brier tat es weh, als dreifacher Sieger (2002 und 2004 Challenge Tour, 2006 European Tour) im eigenen Klub auszuscheiden. "Von Anfang an zu viele schlechte Schläge, ich habe keinen Rhythmus gefunden", ärgerte sich der 38-jährige Wiener, der auf den ersten neun Löchern ein Doppel-Bogey und zwei Bogeys verzeichnete.

Das kurze Spiel klappte nicht, Brier fand bei den Putts nicht den richtigen Speed. "Ich kenne die Greens hier gut, aber ich habe mich diese Woche nicht einstellen können", analysierte Brier. Er hatte dennoch einige Chancen, doch mehr als zwei späte Birdies gelangen ihm nicht. Den Rummel um seine Person wollte der Gewinner der heurigen China Open aber nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Vielleicht habe ich nicht die Ruhe gehabt, die ich hätte haben sollen. Es war viel Rummel, aber damit muss man leben. Ich habe wieder etwas gelernt", meinte der zweifache Familienvater.

Dass es am letzten Loch auch noch zu regnen begann und Gegenwind aufkam, war symptomatisch für Briers "schwarzen Freitag". Er schaffte trotzdem ein Birdie, das die Hoffnung auf eine Qualifikation noch einige Zeit aufrecht hielt. Doch von den folgenden Spielern "patzte" keiner mehr. "Es ist enttäuschend, schlecht gespielt zu haben. Und auf dem Heimplatz auch bei guten Bedingungen den Cut nicht zu schaffen, ist mühsam", bilanzierte der gescheiterte Mitfavorit. "Aber morgen ist das vergessen."

Brier konnte immerhin die am Vortag auch offiziell fixierte Teilnahmeberechtigung an den British Open als kleines Trostpflaster verbuchen. "Das ist das nächste Highlight", sagte der einzige Österreicher auf der Europa-Tour. Zuvor spielt er nach einer einwöchigen Pause noch in München, in Frankreich und bei den European Open in Irland.

Wiesberger hielt als einziger heimischer Spieler die Fahnen hoch. Mit einer Par-Runde verteidigte er sein Vortagsscore von drei unter Par. "Es war Kampf von vorne bis hinten, nach 12 Löchern war ich schon zwei über Par, da ist das in Summe okay", meinte der 21-jährige Oberwarter, der vor drei Jahren auf der Challenge Tour im Fontana Vierter war. "Jetzt ist es die gleiche Situation. Ich habe nichts zu verlieren, werde mein Spiel durchziehen und möchte das Beste aus dem Wochenende rausholen."

Montgomerie war schon bald nach Beendigung seiner Runde kurz nach Mittag enttäuscht und einsilbig abgerauscht. Der "Botschafter" des zur Europa-Tour zählenden 1,3-Millionen-Euro-Turniers wurde mit je zwei Doppel-Bogeys und Bogeys sowie nur drei Birdies am Freitag der Rolle des Mitfavoriten überhaupt nicht gerecht.

Dabei war der 43-jährige Schotte vor dem Turnier nach bisher durchwachsener Saison (nur 1 Top-Ten-Platz in 11 Turnieren) optimistisch gewesen. "Die dunklen Tage sind vorbei", hatte er angekündigt. Doch auf dem perfekt präparierten Par-71-Kurs wurde fünffache Ryder-Cup-Sieger nach Runden mit 73 und 74 Schlägen dennoch vom Frust wieder eingeholt.

"Ich treffe die Fairways, aber nichts passiert. Ich komme auf kein Score", gab sich Montgomerie ratlos. Von Selbstvertrauen vor den kommenden US Open keine Spur. Dabei hat "Monty" mit den Open noch eine Rechnung offen. Im Vorjahr hatte er in Winged Foot mit einem Doppel-Bogey am letzten Loch seinen ersten Major-Titel verspielt und war hinter Geoff Ogilvy Zweiter geworden.

Sein Flight-Partner Jimenez bewies hingegen als einziger der verpflichteten Stars Superklasse. Er steigerte sich im Klub des am Freitag persönlich anwesenden Frank Stronach von 68 am Donnerstag auf 65 Schläge und war ohne Bogey auf dem geteilten dritten Rang nur zwei Schläge hinter der Spitze. Sein 13. und bisher letzter Sieg liegt fast exakt zwei Jahre zurück, doch nicht zuletzt dank etwas verändertem Griff beim Putten spielt der 43-Jährige aus Malaga nun wieder vorne mit. Bis zum Sieg wartet aber noch viel Arbeit.

"Bisher habe ich nur diese Box Zigarren sicher", sagte Jimenez nach seiner starken Vorstellung und zeigte das Geschenk von Magna-International-Chef Siegfried Wolf, mit dem er am Mittwoch im ProAm gegolft hatte. "Es ist Zeit, dass ich wieder gewinne. Ich hoffe, dass ich am Wochenende so weiterspiele, dann können wir am Sonntag darüber reden. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl auf diesem sehr guten Kurs." (APA)

Ergebnisse der BA-CA Golf-Open 2007 im GC Fontana Oberwaltersdorf (European Tour/1,3 Mio. Euro/Par 71) - Zwischenstand nach der 2. Runde:

1. Richard Green (AUS) 131 (66/65) - 2. Martin Erlandsson (SWE) 132 (64/68) - 3. Pelle Edberg (SWE) 133 (67/66), Steven Jeppesen (SWE) 133 (67/66) und Miguel Angel Jimenez (ESP) 133 (68/65) - 6. Garry Houston (WAL) 135 (72/63/Platzrekord eg.), David Park (WAL) 135 (69/66), Jarmo Sandelin (SWE) 135 (67/68), Graeme Storm (ENG) 135 (63/72) - 10. Richard Finch (ENG) 136 (66/70), Gregory Havret (FRA) 136 (71/65), Shaun Webster (ENG) 136 (65/71), Tom Whitehouse (ENG) 136 (65/71). Weiter: 17. Lee Westwood 138 (66/72) - 27. Bernd Wiesberger (AUT) 139 (68/71)

  • Cut (bei 142/Par) verpasst u.a.: 69. Markus Brier (AUT) 143 (70/73), Hans-Peter Bacher (AUT/Amateur) 143 (72/71), Darren Clarke (NIR) 143 (73/70), Carlos Franco (PAR) 143 (69/74) - 98. Thomas Kogler (AUT) 145 (71/74) - 107. Kajetan Kromer (AUT/Am.) 146 (75/71), Uli Weinhandl (AUT) 146 (71/75), Niki Zitny (AUT) 146 (74/72) - 118. Colin Montgomerie (SCO) 147 (73/74) - 125. Thomas Feyrsinger (AUT) 148 (73/75), Florian Prägant (AUT) 148 (74/74) - 139. Claude Grenier (AUT) 149 (74/75) und Andreas Christ (AUT/Am.) 149 (79/70) - 146. Michael Moser (AUT/Am.) 151 (76/75) - 147. Wolfgang Rieder (AUT/Am.) 152 (72/80) - 150. Jürgen Maurer (AUT) 154 (75/79) - 154. Thomas Ortner (AUT/Am.) 159 (77/82).