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Am Sonntagvormittag traf US-Präsident George W. Bush in Albanien ein. "Albanien ist sicher das pro-amerikanischste Land Europas, vielleicht sogar der Welt", sagte der Chef der oppositionellen Sozialisten und Bürgermeister der albanischen Hauptstadt Tirana, Edi Rama, im Vorfeld zu Journalisten. "Nicht einmal in Michigan würde er so willkommen geheißen." Bush ist der erste amtierende Präsident der USA, der das südosteuropäische Land überhaupt besuchte - wenn auch nur für knappe acht Stunden.

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Auf dem dichten Programm standen neben einem Treffen mit dem albanischen Staatspräsidenten Alfred Moisiu auch eines mit Premier Sali Berisha (im Bild). Auch führte Bush Gespräche mitden Regierungschefs Kroatiens und Mazedoniens, Ivo Sanader und Nikola Gruevski.

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Proteste gegen den US-Präsidenten gab es in Tirana keine. "Die Freude der Albanier über seinen Besuch ist unermesslich, uns fehlen die Worte", sagte Außenminister Basha in einem Interview mit dem englischsprachigen Nachichtenportal albania.com und scheint damit die Stimmung der Bevölkerung zu treffen. Basha selbst war nur einen Tag nach Amtsantritt in die USA geflogen, um sich mit der ungleich mächtigeren Amtskollegin Condoleezza Rice zu treffen.

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Der US-Präsident besuche Albanien, weil es über Jahre hinweg einer der loyalsten und unkritischsten Partner der Vereinigten Staaten gewesen sei, kommentieren politische Beobachter. Bush soll vor seiner Abreise nach Europa einem albanischen Journalisten in Washington geantwortet haben, dass er bei Albanien an "Muslime, die in Frieden leben können" denke. Tatsächlich ist Albanien mehrheitlich muslimisch und heute genauso pro-amerikanisch wie vor den Attentaten auf das World-Trade-Center 2001 - das ist 2007 eher die Ausnahme denn die Regel.

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Staatsgast Bush lobte den Aufbau der junge Demokratie nach Jahren der Tyrannei in Albanien und den engagierten Einsatz albanischer Truppen im Irak und Afghanistan. Er unterstütze sehr die von Tirana angestrebte NATO- Mitgliedschaft Albaniens, das allerdings zuvor die politischen und militärischen Standards des Bündnisses erfüllen müsse.

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Am späten Sonntagnachmittag reiste Bush nach Bulgarien weiter, wo in Sofia bereits am Samstag rund 200 Menschen gegen die Politik des US-Präsidenten protestiert haben. Die Demonstranten marschierten durch die Innenstadt der bulgarischen Hauptstadt und trugen Anti-Kriegs- und Anti-Bush-Transparente mit Aufschriften wie "Bush, geh nach Hause" und "Rettet den Irak vor Adolf Bush". Dabei zählt das offizielle Bulgarien zu den engsten Verbündeten der USA in Südosteuropa.

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Am Samstag besuchte US-Präsident George W. Bush nach einem Kurzbesuch in Polen (im Bild mit Lech Kaczynski) Italien.

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Dort traf er zunächst mit Staatspräsident Giorgio Napolitano zusammen.

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Danach machte er sich mit Frau Laura auf den Weg zu Papst Benedikt XVI.

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Der Irak, die Situation in Nahost und der G-8-Gipfel in Heiligendamm standen im Mittelpunkt des 35 Minuten langen Gesprächs in der vatikanischen Bibliothek. "Es ist schön, hier zu sein", sagte Bush vor Beginn des Treffens.

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Geschenkaustausch: Bush überreichte einen Pilgerstab mit den zehn Geboten, ...

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Papst Benedikt schenkte ihm eine Lithographie mit einer Ansicht Roms sowie eine goldene Papstmünze.

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Das Gespräch verlief "freundschaftlich", so der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi. Der Papst habe dem US-Präsident seine Sorge "über die kritische Lage der christlichen Gemeinschaft im Irak" sowie der Christen im Libanon und Nahost ausgedrückt.

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Und dann konnte es Bush sich nehmen lassen, dann doch noch in ein Fettnäpfchen zu steigen und sprach den Papst prompt mit "Sir" statt mit "Holiness" (Heiligkeit) an. Das berichteten jene Journalisten, die dem Beginn des privaten Gesprächs im Vatikan beiwohnen durften. Auf die Frage des Papstes, ob er die Vertreter der katholischen Gemeinschaft Sant Egidio in der US-Botschaft in Rom treffen würde, antwortete Bush deutlich: "Yes, Sir".

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Unterdessen demonstrierten G-8-GegnerInnen und US-KritikerInnen in mehreren italienischen Städten - mit Plakaten wie "Bushbusters" oder "From Rostock to Rome - Bush go home".

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Am Nachmittag traf Bush auch mit Regierungschef Romano Prodi zusammen - wobei Einigkeit demonstriert wurde. Zuvor hatte es bei einigen Vertretern der Regierungskoalition Verstimmungen gegeben, weil Bush auch ein Treffen mit Silvio Berlusconi eingeplant hat.

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Auch sonst zeigten sich nicht alle Koalitionspolitiker so erfreut über Bushs Besuch - einige hatten im Vorfeld ihre Teilnahme an den Gegendemonstrationen angekündigt. (APA/red)

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