Der ehemalige deutsche Medienmogul Leo Kirch gibt seinen Kampf gegen die Deutsche Bank auch fünf Jahre nach dem Zusammenbruch seines Konzerns nicht auf. Nach einer ganzen Serie von Klagen und Prozessen habe Kirch jetzt eine Zahlungsklage gegen die Deutsche Bank beim Landgericht München eingereicht, berichtete das Magazin "Focus". Kirch macht den ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer für die Pleite seines Konzerns verantwortlich.

Breuer hatte Anfang 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage gestellt. Kirch bezeichnet dies als Auslöser für die Pleite seines Medienkonzerns und fordert 1,6 Mrd. Euro Schadenersatz. Nach der Äußerung Breuers drehten die anderen Geldinstitute Kirch den Geldhahn zu und am 8. April 2002 musste das Unternehmen für das Kerngeschäft Insolvenz beantragen.

In der langen juristischen Auseinandersetzung hatte der Bundesgerichtshof 2006 zwar entschieden, dass die Deutsche Bank und Breuer selbst grundsätzlich für Schäden haften, die der Kirch-Gesellschaft Printbeteiligungs GmbH durch Breuers Äußerungen entstanden sind. Bevor Kirch von der Deutschen Bank jedoch Geld bekommt, muss er in einem neuen Prozess nachweisen, dass das Interview bei der Gesellschaft tatsächlich Schäden verursacht hat. Breuer hatte seinen Posten als Aufsichtsratschef nach dem andauerenden Rechtstreit mit Kirch im vergangenen Jahr niedergelegt.

Anfang des Jahres hatte die Deutsche Bank eine Schadensersatzforderung Kirchs in Höhe von 1,4 Mrd. Euro als "gegenstands- und substanzlos" zurückgewiesen. Sie kündigte damals auch an, einer Klage "entschieden entgegenzutreten". (APA/dpa)