Nach schweren Protesten im Land hat Pakistans Präsident Pervez Musharraf am Samstag ein umstrittenes Gesetz zur Einschränkung der Pressefreiheit zurückgezogen. "Der Präsident hat die Regierung angewiesen, das Gesetz zurückzuziehen, und die Regierung wird auf diese Direktive sofort reagieren", sagte Informationsminister Mohammed Ali Durrani im pakistanischen Fernsehen. Zuvor hatte Musharraf die Sender aufgefordert, selbst einen Verhaltenskodex zu erstellen, der die nationalen Interessen bei Übertragungen wahren soll.

Musharraf hatte am Montag angeordnet, ein gerade erst verabschiedetes Mediengesetz massiv zu verschärfen. In dem Erlass gab Musharraf der Medienaufsicht die Möglichkeit, die Büros von Rundfunksendern zu schließen, wenn sie gegen Gesetze verstoßen. Die drohenden Geldstrafen wurden von einer Million Rupien (12.400 Euro) auf zehn Millionen Rupien (124.000 Euro) erhöht und die Medienaufsicht konnte Sendern auch die Lizenz entziehen. Musharraf wies zudem Kabelbetreiber an, Sendungen von drei beliebten Fernsehsendern nicht mehr in ihr Netz einzuspeisen.

Anlass für die Verschärfung waren umfassende Berichte über die Proteste nach der Suspendierung des Obersten Richters Iftikhar Chaudhry. Musharraf hatte Chaudhry im März - angeblich wegen Amtsmissbrauchs - suspendiert. Die Verschärfung des Mediengesetzes löste in Pakistan massive Proteste aus.; am Donnerstag demonstrierten landesweit tausende Journalisten und forderten eine Rücknahme der "Zensurmaßnahmen". Auch mehrere ausländische Regierungen, darunter die USA und die Europäische Union, hatten sich besorgt über die geplante Einschränkung der Medienfreiheit in Pakistan geäußert. (APA/dpa)