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Foto: AP Photo/Highline Ballroom,Gaetano Salvadore
Berlin - Nach 34 Jahren führt Rock-Legende Lou Reed eines seiner umstrittensten und zugleich wichtigsten Werke am Ursprungsort noch einmal auf. Das 1973 veröffentlichte Album "Berlin" wird am 26. Juni in der deutschen Hauptstadt mit Orchester, Chor und Band komplett auf die Bühne des Tempodrom gebracht. Die Musik werde "ein bisschen rockiger, lebendiger" klingen als damals, kündigte Reed im "Tagesspiegel" an. Im Mittelpunkt des Konzerts solle vor allem seine Gitarre stehen.

Mit Reed, David Bowie und Iggy Pop zog die Mauerstadt Berlin Anfang und Mitte der 70er Jahren gleich mehrere wegweisende Rockmusiker an. Meist verarbeiteten die Künstler das Leben in direkter Nähe zum Eisernen Vorhang in eher pessimistischen Songs. So wurde auch "Berlin" zu einem düster-morbiden Klanggemälde, das unmittelbar nach Reeds Album "Transformer" (mit dem Welthit "Walk On The Wild Side") Fans und Kritiker nachhaltig verstörte.

"Berlin stand für mich damals als Metapher für Eifersucht, für Zorn und Sprachlosigkeit", sagte Reed, der in den 60er Jahren die einflussreiche Rockband The Velvet Underground gegründet hatte. Und fügte im "Tagesspiegel" hinzu, dass Berlin nach der Wende "berlinischer geworden" sei. "Die Stadt ist größer, weltstädtischer, vereinter ­ und die Menschen scheinen glücklicher zu sein." Wegen des großen Interesses wird eine "Berlin"-Aufführung nach Angaben des Veranstalters am 25. Juni bereits in Düsseldorf stattfinden. (APA/dpa)