Zu Tod' gefürchtet ist auch g'storben, heißt es im Volksmund - und manche Reaktionen auf die herandräuende Fußballeuropameisterschaft EURO 2008 erinnern an den Kopfpolster von Großvater selig, auf dem in schönen roten Lettern gestickt stand: "Mei Ruah will i hab'n!"

Natürlich ist eine derartige Großveranstaltung in gewisser Weise ein Belastung für die Stadt - aber so manche Befürchtung muss doch relativiert werden. Dass es im Ernst-Happel-Stadion Veranstaltungen mit mehr als 2000 Besuchern gab, soll schon vorgekommen sein - und auch die 60.000 vom Robbie Williams-Konzert sind alle noch nach Hause gekommen. Und das ohne der U2 beim Stadion, die 2008 fertig sein wird.

Ein bisserl eng

Wird die Innenstadt niederbrechen, weil die Ringstraße gesperrt wird? Nicht unbedingt. Die wird auch im "Normalbetrieb" der Stadt rund 20 Mal pro Jahr "dicht" gemacht - wenn auch nur tageweise. Aber am 1. Mai, zum Wien-Marathon oder auch zum Blasmusikfest richten sich die Menschen halt danach, weichen aus oder fahren einmal nicht mit dem Auto. Man muss nur einmal das Donauinselfest als Vergleich heranziehen: Geschätzte drei Millionen Besucher in nur drei Tagen - natürlich wird's da in U-Bahn und "Bim" ein bisserl eng, aber es ist bewältigbar. Übrigens: Sogar nach diesem Riesenfest sind die Wiesen und Büsche auf der "Insel" nicht zu Tode gewiescherlt - was nun manche bei den Grünanlagen in der City befürchten.

Gewiss: Fußballfans haben in ihrem Verhalten ein anderes Potenzial als Konzertbesucher. Aber die heimische Exekutive rekrutiert sich auch nicht aus lauter Nudelsuppen-Rogans. Und sowohl heimische Polizisten als auch Mitarbeiter der Wiener Linien waren bereits bei der WM in Deutschland im Einsatz und haben dort ihre Erfahrungen gesammelt. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe, 12.6.2007)