London - Das britische Unterhaus hat eine Untersuchung zum Irak-Krieg abgelehnt und damit Premierminister Tony Blair in seinen letzten Amtstagen eine Niederlage erspart. 288 Abgeordnete sprachen sich am Montagabend in London gegen die von den Konservativen geforderte Ermittlung aus, 253 dafür. Obwohl das Ergebnis am Dienstag als überraschend gut gewertet wurde, ist es für Blair, der wegen des Kriegs heftig kritisiert wurde, kein überwältigender Erfolg: Bei der letzten Abstimmung über solch einen Bericht stimmten noch 298 Abgeordnete dagegen. Zehn Labour-Abgeordnete wollten dieses Mal ein Untersuchung.

Der künftige Regierungschef Gordon Brown lehnte bei einem Überraschungsbesuch im Irak eine Untersuchung zum jetzigen Zeitpunkt ab. Tony Blair, der am 27. Juni als Premierminister zurücktritt, hatte sich gegen ein solches Vorhaben ausgesprochen, so lange britische Truppen noch im Irak sind.

Die Konservativen wollten unter anderem ermitteln, wie es zu der Regierungsentscheidung gekommen ist, britische Soldaten 2003 an der Seite der US-Armee in den Krieg zu schicken. Außenministerin Margaret Beckett sagte, es werde die Zeit kommen, "in der diese Fragen geklärt werden". Aber heute eine solche Bewegung zu unterstützen, sei eine "unnötige und schädliche Ablenkung". Brown hatte einen vorzeitigen Abzug der verbleibenden 5500 britischen Soldaten bereits abgelehnt. Einen offiziellen Zeitplan, wann alle Soldaten abgezogen werden, gibt es bisher nicht. (APA/dpa)