Der Selbstmord eines 48-jährigen Mannes mit einem hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmittel hat im sächsischen Marienberg einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Wie die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge am Dienstag mitteilte, wurden 19 Bewohner des Mehrfamilienhauses und Menschen, die mit dem Gift oder den Dämpfen in Kontakt kamen, vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

Angehörige hatten den Mann am Montagabend tot in seiner Wohnung gefunden. Er hinterließ einen Abschiedsbrief. Nach Polizeiangaben hatte der 48-Jährige das giftige Granulat in der ganzen Wohnung verteilt.

Das Schädlingsbekämpfungsmittel stammte demnach aus alten DDR-Beständen. Wie der Mann an das Gift gelangte, war zunächst noch unklar. Das Wohnhaus wurde gesperrt. Spezialisten der Feuerwehr waren bei der Entgiftung des Hauses im Einsatz. Unter den 19 Betroffenen, die vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurden, waren auch zwei Kinder und drei Polizeibeamte.

Sie sollen voraussichtlich für drei Tage zur Beobachtung in umliegenden Kliniken bleiben. Laut Polizei gab es bei keinem bisher Hinweise auf eine ernsthafte Schädigung. (APA/AP)