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Foto: AP /Wildlife Conservation Society, Julie Larsen Maher
Den Haag - Künftig können Medikamente mit speziellen Stäbchen auf verbotene Proteine von Bären überprüft werden. Die Test-Kits wurden von der Tierschutzorganisation WSPA entwickelt, um die Verwendung von Bärengalle in traditionellen chinesischen Arzneien nachzuweisen.

Tausende Bären werden "angezapft"

Die bittere grüne Gallensubstanz wird traditionell von chinesischen Ärzten verwendet, um Augen- und Leberbeschwerden zu behandeln. Sie stammt meist von Farmen, in denen oft tausende Bären in engen Käfigen gehalten werden. Die Galle wird dabei durch chirurgisch eingeführte Schläuche direkt aus der Gallenblase abgesaugt.

Anlagen schließen - Handel untersagt

Tierschutzorganisationen und die Europäische Union haben China aufgefordert, die Anlagen wegen der als grausam empfundenen Bedingungen zu schließen. In den meisten Staaten ist der Handel mit Bärenprodukten ohnehin untersagt oder streng reguliert. Für die Gallenproduktion in China werden vor allem die als bedroht geltenden asiatischen Schwarzbären gehalten.

Tests wurden in Den Haag vorgestellt

Die Kits sollen nach dem Willen der Organisation künftig vom Zoll und den Strafbehörden im Kampf gegen den illegalen Handel mit Gallenflüssigkeit und anderen Bärenprodukten eingesetzt werden, wie die WSPA am Dienstag mitteilte. Die neue Testmöglichkeit wurde auf der Haager Konferenz der Mitgliedstaaten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES) vorgestellt.

In Kanada und Australien werden die Proteintests seit April eingesetzt, um Importe zu überprüfen. Als Beweismittel bei der Strafverfolgung ist die Methode aber bisher nicht anerkannt. (APA/AP)