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Ferry Radax

Foto: APA/ Ferry Radax
Wien - Der österreichische Regisseur, Fotograf und Maler Ferry Radax feiert am 20. Juni seinen 75. Geburtstag. Anlässlich dieses Ereignisses fand am Donnerstagabend ein Filmfest zu Ehren des Avantgarde-Filmemachers im Österreichischen Filmmuseum statt. Gezeigt wurden die 1970 entstandenen Filme "Konrad Bayer, oder: die welt bin ich und das ist meine sache" und "Der Kopf des Vitus Bering".

Ferry Radax wurde am 20. Juni 1932 in Wien geboren. Neben seinem Studium an der Textilfachschule begann er sich für Fotografie und Kino zu interessieren und unternahm Ende der vierziger Jahre erste Filmversuche. Drei Jahre lang arbeitete er als Assistent beim Dokumentarfilmer Wilhelm Eduard Nassau, wo er auch Peter Kubelka kennen lernte. 1953 wurden beide Studenten der Wiener Filmakademie. Radax arbeitete eine Zeit lang als Fotoreporter beim "Bild-Telegraf", und schrieb ein Drehbuch für den Spielfilm "Das Floß" (1954), das nie fertig gestellt wurde.

1955 drehte Radax gemeinsam mit Peter Kubelka, mit dem er auch an der "Centro Sperimentale di Cinematografia" in Rom studierte, den Dokumentarfilm "Mosaik im Vertrauen" (dafür erhielten sie den ersten Experimentalfilm-Preis in Paris). Danach lebte Radax zwei Jahre lang als Dokumentarfilmer in der Schweiz. Sein nächstes Projekt gilt auch heute noch als Standardwerk des Experimentalfilms: "Sonne halt!", eine Collage mit Texten von Konrad Bayer (1959). Es folgte der Dokumentarfilm über junge Menschen in Großstädten "Am Rand" (1961-1963). Der Tod seines Freundes Konrad Bayer 1964 stellte eine Zäsur für Radax dar.

Einen Großteil der nächsten Projekte, meist Dokumentarfilme und Autorenporträts, konnte Radax im Rahmen von deutschen Fernsehanstalten verwirklichen. Er setzte Friedensreich Hundertwasser, H.C. Artmann, Konrad Bayer, Thomas Bernhard und Ludwig Wittgenstein ein filmisches Denkmal. Auch eine Abenteuerserie drehte er für den Bayrischen Rundfunk, "Floris von Rosemund" (1973) mit Blade-Runner-Star Rutger Hauer. Spielfilme: "Attentat in Gastein" (1979), "Wer sind sie Mr. Joyce" (1980 mit Helmut Lohner), "Capri - Musik, die sich entfernt" (1983) und "Jenseits von Österreich" (1990).

2006 leistete Radax anlässlich des Mozartjahres einen Beitrag für das Kurzfilmprojekt "A Mozart Minute", an dem sich u.a. auch Regisseure wie Ulrich Seidl und Peter Tscherkassky beteiligten. Neben seiner Filmarbeit ist der Avantgardist auch Maler und Fotograf. Kürzlich erhielt Radax den in Otto Breicha-Preis für Fotokunst umbenannten Rupertinum-Fotopreis, 2003 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Am 26. Juni startet in der Galerie Chobot eine Vernissage mit Radax Bildern. (APA)